CSU erlaubt das Rauchen wieder
Auf Stimmenfang im Bierzelt

Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl ist das neue CSU-Führungstandem ins Schlingern geraten. Kaum war der Stimmungstest bei den bayerischen Kommunalwahlen in die Hose gegangen, steuerten Erwin Huber und Günther Beckstein mit dem Wackelkurs beim Rauchverbot noch tiefer ins Schlamassel. Die CSU-Landtagsfraktion stützte das Duo am Mittwoch und hob das Rauchverbot in Bierzelten zähneknirschend wieder auf.

HB MÜNCHEN.

Gerade einmal neun Wochen ist es her, dass in Bayern das bundesweit strengste Nichtraucherschutz-Gesetz in Kraft trat. Jetzt mussten die Abgeordneten schon wieder antreten und ein zweites Gesetz beschließen, das das Rauchen in Bierzelten bis zum Jahresende wieder erlaubt.

„Bei der Verabschiedung des ersten Gesetzes gab es Lob und Kritik. Jetzt gibt es fast nur Kritik“, sagte der ehemalige Justizminister Manfred Weiß. „Wir werden uns draußen hoffnungslos blamieren“, warnte der CSU-Abgeordnete Hermann Imhof und berichtete von „Unmut und Verägerung“ unter seinen Kollegen. Und auch CSU-Fraktionschef Georg Schmid ließ keinen Zweifel, was er von der ganzen Debatte hält. Es sei höchste Zeit, dass sich die CSU wieder mit den wirklich wichtigen Themen wie zum Beispiel der Bildungspolitik befasse, forderte er.

Kritik an der neuen Vielstimmigkeit der CSU, Forderungen nach klarer Führung und mehr Präsenz auf der bundespolitischen Bühne hören Parteichef Huber und Ministerpräsident Beckstein schon seit Wochen. Mit seinem Schweigen zu der Milliardenbelastung der Bayerischen Landesbank brockte sich Huber den Vorwurf des Vertuschens und einen Untersuchungsausschuss bis zur Landtagswahl im September ein. Und nach den Verlusten bei den Kommunalwahlen, die Huber im Gegensatz zu Beckstein zunächst als Sieg verkauft hatte, suchte das Duo in der Lockerung des rigiden Rauchverbots ein Ventil.

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