CSU-Landesgruppenchef Glos: "Schmarrn"
Spekulationen um Ablösung Seehofers als Fraktionsvize

CSU-Vize Seehofer wird möglicherweise seinen Posten als Unions-Fraktionsvize verlieren. CDU-Chefin Merkel erwartet laut Presseberichten seinen Rücktritt, CSU-Landesgruppenchef Glos nannte dies Unfug.

HB BERLIN. Innerhalb der CSU-Landesgruppe im Bundestag gibt es laut übereinstimmenden Presseberichten «massive Bedenken» , Seehofer am Montag in den Gremiensitzungen im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zu bestätigen. Wie der «Tagesspiegel» berichtet, wurde als Grund genannt, dass sich Seehofer offenkundig nicht an Verabredungen mit CSU-Chef Edmund Stoiber halte und weiter den Gesundheitskompromiss kritisiere.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos wies die Berichte umgehend zurück. Dies sei Unfug, sagte er der Nachrichtenagentur ddp. «So einen Schmarrn habe ich noch nie gehört.». Er wisse nicht, wer so etwas fordere. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Peter Ramsauer, sagte, dies stehe «nicht zur Debatte». Es handle sich um ein haltloses Gerücht.

Seehofer hatte nach einem Krisengespräch mit Stoiber seine Kritik an der Unionspolitik erneuert. In der «Augsburger Allgemeinen» kündigte er an, dass er sich weiterhin zu gesundheitspolitischen Fragen äußern wolle. Kurz zuvor hatte er sich mit Stoiber darauf verständigt die Zuständigkeit für diesen Fachbereich innerhalb der Fraktion aufzugeben.

Viele in der CSU-Landesgruppe sein daher der Auffassung, Seehofer habe «die Geschäftsgrundlage zerstört», wie die «Leipziger Volkszeitung» von einem führenden Mitglied der Landesgruppe erfahren haben will. Es wachse der Druck in der Landesgruppe, einen «endgültigen Schlussstrich zu ziehen, da Seehofer völlig aus dem Ruder läuft und gänzlich unberechenbar geworden» sei, hieß es.

Seitens der CDU wird indes der Rücktritt Seehofers für Montag erwartet. CDU-Chefin Angela Merkel sei entschlossen, das Rücktrittsangebot Seehofers als Unions-Fraktionsvize anzunehmen, berichtet die «Rheinische Post» unter Berufung auf die Fraktionsführung. Die CDU-Chefin wolle nun nur noch den CSU-Parteitag abwarten, um die Debatten der Schwesterpartei nicht mit der Personalie Seehofer zu belasten. Merkel hat dem Bericht zufolge bei ihrer Entscheidung die volle Rückendeckung der CDU-Partei- und der Unions-Fraktionsspitze.

Eine Ablösung Seehofers müsste die Landesgruppe mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschließen.

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