CSU
Nachfolger gesucht: Wer beerbt Glos?

Wer der Nachfolger des amtsmüden Bundeswirtschaftsministers Michael Glos werden soll, das will CSU-Chef Horst Seehofer am heutigen Montag bekanntgeben. Derzeit kursieren vor allem zwei Namen.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Die Entscheidung fällt nach Informationen aus Unionskreisen zwischen CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg und dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon. Zunächst soll die Führungsspitze der Partei informiert werden. Nach dem überraschenden Rückzugsgesuch von Glos muss die große Koalition damit mitten in der schweren Wirtschaftskrise den zuständigen Minister auswechseln.

Seehofer traf sich am Sonntagabend mit Glos und dem Berliner CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer in der Staatskanzlei in München. Glos sagte anschließend: „Es gibt eine sehr gute Lösung, die ich sehr gut mittragen kann.“ Namen nannte er nicht. Er werde Merkel am Montagmorgen bitten, ihn Bundespräsident Horst Köhler zur Entlassung vorzuschlagen. Ramsauer sagte, es habe eine Einigung „in allerbestem Einvernehmen, völlig zielsicher“ gegeben.

Aus der CSU hieß es, mit einer Personalentscheidung zugunsten des 41 Jahre alten Fahrenschon wäre die Kontinuität in der Parteispitze gewahrt. Der erst nach dem Desaster bei der Landtagswahl im Herbst ins Amt berufene 37-jährige Guttenberg könne dann in den kommenden Wahlkämpfen Generalsekretär bleiben.

Fahrenschon war erst vor gut drei Monaten im bayerischen Finanzministerium vom Staatssekretärs- auf den Minister-Sessel aufgerückt. Im neuen Amt machte der gebürtige Münchner eine gute Figur. Dabei hatte er schon in den ersten Monaten zwei enorme Aufgaben zu bewältigen: den Zusammenbruch der BayernLB mit einer Zehn-Milliarden-Euro-Finanzspritze des Freistaats abwenden und gleichzeitig den neuen Doppelhaushalt 2009/2010 aufstellen. Beides hat Fahrenschon nach Einschätzung Seehofers und der CSU hervorragend hinbekommen. Das könnte jedoch dazu führen, dass Fahrenschon nun nicht nach Berlin wechselt, sondern weiter die bayerische Landespolitik gestalten soll.

Nach Informationen der Münchner „Abendzeitung“ ist die Entscheidung bereits für Guttenberg als neuen Wirtschaftsminister gefallen. Sein Nachfolger als Generalsekretär werde der Bezirkschef von Niederbayern und Europa-Abgeordnete Manfred Weber, wurde gemeldet. Zunächst sei das Amt Ramsauer angeboten worden. Dieser habe jedoch abgelehnt, hieß es in den Kreisen.

Guttenberg soll jedoch nur unter Bedingungen bereit sein, Glos zu beerben. Guttenberg knüpfe seine Bereitschaft zum Wechsel nach Berlin an eine Absicherung für die Zeit nach der Bundestagswahl, meldete die „Süddeutsche Zeitung“ auf ihrer Internetseite und berief sich dabei auf CSU-Kreise. Dazu könne die Zusage von Parteichef Horst Seehofer gehören, dem Glos-Nachfolger nach der Wahl im Herbst den Posten des Landesgruppenchefs im Bundestag anzubieten.

Der Rechts- und Politikwissenschaftler Guttenberg kann auf Erfahrungen im wirtschaftlichen Bereich zurückgreifen: als geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Guttenberg GmbH, einem Fachgroßhandel für Trockenbau, Isoliertechnik und Dämmstoffe. Als Spross eines Geschlechts oberfränkischer Großgrundbesitzer entstammt Guttenberg altem christsozialen Adel.

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