CSU-Parteitag
Guttenbergs Bestnoten setzen Seehofer unter Druck

Der Meinungsdruck auf CSU-Chef Horst Seehofer wächst. Fast jeder zweite Bundesbürger befürwortet laut einer Umfrage Karl-Theodor zu Guttenberg als Vorsitzenden der Christsozialen. Der politische Senkrechtstarter stände für einen Imagegewinn. An der Basis gärt die Unzufriedenheit, die Parteispitze aber will von Personaldebatten nichts hören.
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HB HAMBURG. Der Verteidigungsminister würde nach Ansicht von 48 Prozent der Deutschen das Ansehen der Partei steigern, wenn er den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ablösen würde. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" hervor. Rund jeder Dritte (35 Prozent) der 1001 Befragten erwartete hingegen keinen Vertrauenszuwachs für die CSU durch einen Führungswechsel. 17 Prozent hatten laut "Stern" keine Meinung.

In Bayern war den Angaben zufolge sogar mehr als jeder zweite Bürger (54 Prozent) überzeugt, dass die CSU unter zu Guttenberg besser dastehen würde. Unter den Anhängern der Union sprachen sich 60 Prozent für den Verteidigungsminister aus. Lediglich bei den Wählern der Linken fand er keine Mehrheit.

Die gemeinsame Bewährungsprobe Seehofers mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird somit zusätzlich erschwert: Beide sind von Autoritätsverlust bedroht, beide müssen am Wochenende beim CSU-Parteitag eine ebenso enttäuschte wie skeptische christsoziale Basis überzeugen. Merkel muss vor den 1000 Delegierten so tun, als habe sie ihre dauerstreitende Regierung im Griff. Seehofer muss so tun, als sei er unangefochten Parteichef. Ein öffentlicher Krach oder gar ein Aufstand gegen den Vorsitzenden ist bei dem zweitägigen Treffen in der Münchner Messe aber nicht zu erwarten, wie es in der CSU übereinstimmend heißt. Doch an der Basis herrscht Unzufriedenheit. "Die Stimmung ist nach wie vor schlecht", sagt ein CSU-Mann.

Verteidigungsminister zu Guttenberg wird die Zustimmung zu seiner Bundeswehrreform einholen müssen. Doch ansonsten muss er lediglich so tun, als wäre nichts - obwohl er bei dem Parteitag aller Voraussicht nach bis in den letzten Winkel von Kamerateams verfolgt werden wird. "Wenn das unser einziges Problem ist als CSU, dann sind wir eine glückliche Partei", sagt Seehofer über den Guttenberg-Rummel und die aktuellen Umfrageergebnisse.

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  • Das glaube ich nicht, dass der große Horst nochmal als Parteivorsitzender antritt. Die Zeit des großen „Wendehalses“ ist nach Stoiber und beckstein vorbei, die CSU braucht eine klare Führung und eine klare Kante. in dieser Partei muss endlich mal aufgeräumt werden, diese "Dilettantentruppe", diese "politischen Pygmäen", hätte der große Vorsitzende FJS zu dem derzeitigen Zustand seiner Partei CSU gesagt. Neben dem staatstragenden adligen KT, der noch nichts bewiesen hat, dass er für höhere Weihen taugt, gibt es den bayerischen Finanzminister Fahrenschon, der eine klare Kante fährt und so ein Mann ist mir als bürger zehn Mal lieber.

  • Kann mir ein Politiker erklären, weshalb man mangelndes politisches Engagement der Frauen durch eine Quote ausgleichen soll? Wenn die Frauen es für sinnvoll hielten, könnten sie alle in eine Partei ihrer Wahl eintreten, hätten dort an der basis sofort die absolute Mehrheit und könnten dann innerhalb von 2 Jahren sämtliche Parteiposten und -pöstchen weiblich besetzen. Dann könnte man über eine Männerquote diskutieren. Oder ist es nicht so, dass gut 51 % der bevölkerung weiblich ist?

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