CSU-Parteitag
Seehofer hält „Markt pur" für „Wirtschaft pervers"

Wiedergewählt und mit breiter Brust: CSU-Chef Horst Seehofer stürmt mit der Unterstützung der Partei in Richtung Landtagswahlkampf, watscht Kontrahent Ude verbal ab - und setzt sich für strenge Marktregulierung ein.
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MünchenCSU-Chef Horst Seehofer ist für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Auf dem Parteitag in Nürnberg erhielt er am Samstag 747 von 831 gültigen Stimmen. Das sind 89,9Prozent. Vor zwei Jahren hatte Seehofer 88,1 Prozent erreicht.

Seehofer hat seine Partei zuvor dazu aufgerufen, beim Ringen um das Vertrauen der Wähler in die Offensive zu gehen. Seehofer sagte am Samstag auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg: „Vor wem haben wir eigentlich Angst?“ Die CSU habe die besseren Inhalte und die „besseren Köpfe“. Die Delegierten könnten deshalb mit „stolzer Brust“ auftreten. Seehofer bekam für seinen Auftritt viel Beifall. Rund vier Minuten lang applaudierten die Delegierten stehend.

In seiner Rede attackierte der bayerische Ministerpräsident in scharfer Form SPD und Grüne. Er griff auch seinen voraussichtlichen SPD-Herausforderer, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, an. Mit Blick auf Udes Kritik an der Privatisierungspolitik der bayerischen Staatsregierung sagte Seehofer: „Wer hier von Verscherbeln des Staatsbesitzes spricht, verkauft die bayerische Bevölkerung für dumm.“

Mit der Privatisierung habe die Staatsregierung Zukunft finanziert, und jeder Euro habe zigfache Rendite gebracht. „Wir können selbstbewusst jenen gegenübertreten, die zu dieser Erfolgsgeschichte nichts beigetragen haben. Die nichts beizutragen haben, als Bayern madig zu reden, die Leistungen der Menschen schlechtzureden“, sagte der CSU-Vorsitzende, ohne Ude namentlich zu nennen.

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  • Analyse der Seehofer'schen Rhetorik:

    Er stellt eine (rhetorische) Frage zum Thema "Banken";
    er beantwortet seine eigene Frage nicht, sondern (fehl-)antwortet auf das Thema "hemmungsloser Markt".

    Getreu dem Motto: "Niemand hat die Absicht, die Banken zu retten!"

    Herr Seehofer ist in CSU mit in der Regierung! Wen kritisiert er bitte schön? Er ist regulierende Regierung!
    Die Banken machen lediglich, was seine Regierung ihnen erlaubt.

  • Die Vermögens- und Einkommensverteilung ist das Problem.
    Die Reichen leben über ihre Bedürfnisse und haben noch Geld genug übrig um es den Armen zu leihen damit diese über ihre Verhältnisse aber immer noch unter ihre Bedürfnisse leben können.
    Das gilt sowohl für Privatpersonen wie für Staaten
    Schwer zu verstehen, nicht wahr? Ein Wirtschaftswissenschaftler bräuchte ein Semester um das, was ich mit einem Satz gesagt habe, den Studenten zu erklären.
    Und nur die Hälfte der Studenten würde das verstehen.

  • Politiker denken nicht,Politiker machen ein Plagiat nach dem andere, das ist kein Marktwirtschaft sondern eine Bevölkerung
    unter zentralisierte regulierte kommunistische Kapitalismus
    Wirtschaft,etwas neues,wird schon schiff gehen.Seit 10 Jahre wurde nichts anderes gemacht als Europäische Wirtschaft unwirtschaftlicher zu machen,politisch gesehen.

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