CSU-Parteitag

Seehofer sucht den Super-Nachfolger

Horst Seehofer will seinen Posten als CSU-Vorsitzender 2018 aufgeben. Bisher gibt es vier Anwärter auf den Posten. Doch wer es wird, will Seehofer selbst entscheiden. Auch Guttenberg könnte das Rennen noch machen.
25 Kommentare
Horst Seehofer will den CSU-Vorsitz 2018 aufgeben – und bis dahin seinen Nachfolger bestimmen. Quelle: dapd

Horst Seehofer will den CSU-Vorsitz 2018 aufgeben – und bis dahin seinen Nachfolger bestimmen.

(Foto: dapd)

MünchenBayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will sich 2018 aus der Spitzenpolitik verabschieden und bis dahin seine Nachfolge selbst regeln. Er wolle bis zur Landtagswahl 2018 im Amt bleiben und in einer „bayerischen Welturaufführung“ den Übergang organisch gestalten, sagte Seehofer am Samstag nach Abschluss des CSU-Parteitags in München. Für die bevorstehenden Bundes- und Landtagswahlen 2013 schwor Seehofer die Delegierten angesichts guter CSU-Umfragewerte auf altes Selbstbewusstsein ein: „Diese CSU ist bärenstark, sie ist wieder da.“ Gleichzeitig warnte Seehofer die etwa 1000 Delegierten vor Überheblichkeit.

Seehofer geht aber bereits jetzt davon aus, dass er die Landtagswahl 2013 gewinnt. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin soll dann als CSU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2018 ziehen. Seehofer sprach von vier möglichen Nachfolgern plus einem „Joker“ auf Platz fünf. Bei dem Thronanwärter-Quartett handelt es sich um Bundesagrarministerin Ilse Aigner, Finanzminister Markus Söder, Sozialministerin Christine Haderthauer und Innenminister Joachim Herrmann. Platz fünf sei offen.

Nicht auf Seehofers offizieller Liste von zwei Prinzen und zwei Prinzessinnen steht Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, den Seehofer nach den Wahlen 2013 reaktivieren will. Seehofer bekräftigte am Rande des Parteitags seine früheren Aussagen zum Thema Guttenberg. „Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen“, sagte er. Der über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gestürzte Guttenberg solle eine „maßgebliche“ Aufgabe übernehmen. Auf dem Parteitag wurde sofort spekuliert, Guttenberg solle bei der Europawahl 2014 auf der CSU-Liste antreten. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht“, sagte Seehofer dazu.

Im nächsten Jahr will Seehofer die Eröffnung der kommenden Wahlkämpfe so weit wie möglich hinausschieben. Bis dahin will er regieren und den Wahlkampf den Gegnern überlassen. „Wahlkampf können wir im August nächsten Jahres auch noch führen, da haben wir noch genug Zeit dafür.“ In seiner bewusst staatstragenden Rede vermied Seehofer Angriffe auf die politische Konkurrenz weitgehend – abgesehen von Seitenhieben auf die Finanzpolitik der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. „Steinbrück ist kein Macher, sondern ein Schuldenmacher“, spottete Seehofer. In seinen drei Jahren als Regierungschef in Nordrhein-Westfalen habe Steinbrück mehr Schulden gemacht als Bayern in 60 Jahren. Seinen bayerischen Herausforderer Christian Ude würdigte der CSU-Chef keines Wortes. Stattdessen beschwor Seehofer die eigene Stärke: „Wer Bayern liebt, muss für die CSU sein.“

Gleichzeitig warnte der Parteichef die Delegierten vor Überheblichkeit: „Wir haben ein Jahr von Landtags- und Bundestagswahl eine gute Form erreicht, aber ich bitte, dass wir auf dem Boden bleiben.“ Die CSU habe nur „eine verdammte, einfache Aufgabe: so stark zu werden wie möglich.“ Koalitionsdiskussionen will Seehofer nicht führen. In den jüngsten Umfragen zur Landtagswahl lag die CSU bei 48 Prozent. Bei der Bundestagswahl wären es nach einer von der Partei nicht veröffentlichten internen Umfrage sogar zwei Prozentpunkte mehr.

„Rente muss Spiegel der Lebensleistung sein“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: CSU-Parteitag - Seehofer sucht den Super-Nachfolger

25 Kommentare zu "CSU-Parteitag: Seehofer sucht den Super-Nachfolger"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Am besten, lieber Steuerzahler, zunächst mit einem Deutschkurs, Schwerpunkt Rechtschreibung beginnen, sonst kommst du über das Schuhe putzen nicht hinaus - viel Erfolg!

  • Das sich bei Ihnen einige unschöne Flecken finden kann ich mir bildlich vorstellen :o)

    Ich tippe mal: bildungsfern und leistungsschwach - vorurteilsbeladen aber verantwortungsfrei - kommunkationswillig aber einfallslos - erfolglos aber sozial interessiert wenn´s weiterhilft.
    Na, mal ehrlich, ganz gut getroffen oder?

    Das soll`s dann gewesen sein mit der Therapie - Ciao

  • Vielleicht sollte Seehofer erst mal versuchen sich selbst und die eigentliche Aufgabe von gewählten Volksvertretern zu finden, bevor er nach zukünftigen neuen Volksvertretern sucht.

  • Sieht man ja an so Leuten wie sie in der CDU im Rest des Landes vertreten sind. Ahemm.

    Aber zugegeben, was Seehofer hier abzieht, passt zu ihm. Er verspricht also "mit mir keinen islamitischen Feiertag". Billig, billig, Herr Seehofer. Geh'n wir jetzt ein bisschen Moslems verhauen, um von der eigenen Standhaftigkeit abzulenken?

    Naja, ein paar alte Mütterchen, die noch immer Angst vor den Kommunisten und anderen Negern haben, wird er damit sicherlich überzeugen können. Ob es für den Rest reicht? Ich wage es zu bezweifeln.

    Die Wortwahl der Kampgne ist auch sehr interessant: STARK und SICHER gibt man sich. Na wenn das zum Wahlspruch wird, dann weiss man ja, wo sich das Problem situiert: Ist nämlich ein altes Naturgesetz des Marketing.

  • @Steuerzahler?, na ja, Soße ist zwar auch eine Sache, aber die läßt sich bekanntermassen inhaltlich nur sehr schwer "erfassen", sie rinnt zwischen den Fingern durch und gibt unschöne Flecken!


  • " CSU-Parteitag
    . Seehofer sucht den Super-Nachfolger "

    Wenn das aber der des Plagiat-Betrugs überführte Freiherr, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, sein sollte, stellt sich der "CHRISTLICHE" (ich) SEH SCHWARZ-Verein" ein kaum mehr zu steigerndes Negativzeugnis aus. „Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen“, sagte Seehofer und belegt damit, daß Begriffe Anstand, Charakter, Ehre, Wahrheit o.ä. in der Politik zur Kategorie "FREMDWORTE" gehören und Betrug zum politischen Alltag gehört.

    Nun ja, der Freiherr wäre in guter Gesellschaft. Und es gab ja bereits schon einmal einen gräflichen Vorbestraften, der als Ex-Minister ein besonders geehrtes Mitglied einer Partei war.

    Wie lautet doch der politische "Amtseid":
    " Ich schwöre, daß ... "
    JA was eigentlich?

  • Warum ist dieser Windbeutel wieder im Gespraech und nicht laengst in der Versenkung verschwunden?
    Die CSU hat scheinbar massive Probleme ,geeignete Nachfolgert fuer Horst zu finden?
    Schlage Max den Grossen vor,der hat ja ein tolles vaeterliches Vorbild?
    Vieleicht stehen ja auch noch Kinder von Ede dem Ersten von Bavaria von Gottesgnaden zuer Verfuegung?

  • @visitor
    Na immerhin kannst du lesen, und für einen Kommentar hat´s auch gereicht, prima.
    Beim inhaltlichen Erfassen reicht´s anscheinend nur soweit wie bei den Vorurteilen.
    Vielleicht noch etwas zur Sache beitragen ist zuviel verlangt?

  • Auch solche Versprechungen werden ihm nicht helfen, sich bis 2018 über Wasser zu halten. Seehofer hat sich zu sehr die FDP als Vorbild genommen und gegen die CDU Krieg geführt. Jetzt muss auch er das Schicksal der FDP erleiden und seine Partei in die Opposition führen. Wer dann 2018 für die CSU antritt, wird sich zeigen.

  • "Schuhe zu putzen und gerade zu stehen" ist anscheinend die geistreichste auch deiner Fähigkeiten!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%