CSU-Politiker ergreifen für Günzel Partei
Auch Kritik an Rauswurf des Brigadegenerals

Der Rauswurf von Brigadegeneral Reinhard Günzel am Dienstag hat seither sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.

HB BERLIN. Der CSU-Verteidigungsexperte und Bundestagsabgeordnete Hans Raidel stellte sich vor den Bundeswehrgeneral. Günzel sei „beim besten Willen kein Rechtsradikaler“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Günzel sei „ein Mensch mit Grundsätzen“. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler kritisierte die Entlassung des Generals im Berliner „Tagesspiegel“: „Ein Anschiss hätte genügt.“ Dagegen forderte der Verteidigungsexperte der SPD im Bundestag, Rainer Arnold, zu prüfen, wie Günzel mit seiner Einstellung zum General aufsteigen konnte.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, nannte die Entscheidung Strucks beispielhaft. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel solle sich daran ein Beispiel nehmen und sich nun von Hohmann trennen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, sprach von einer „schnellen und richtigen Entscheidung“.

Günzel war bis zu seiner Entlassung der Chef des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr. Er war am Dienstag von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben entbunden worden. Zuvor war bekannt geworden, dass Günzel die umstrittene Rede des CDU-Abgeortneten Martin Hohmann zum Tag der Deutschen Einheit ausdrücklich gelobt und als Ausdruck einer Mehrheitsmeinung in Deutschland bezeichnet hatte.

Struck sagte, er habe Bundespräsident Johannes Rau vorgeschlagen, Günzel sofort in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Er sei sich sicher, dass Günzel mit seinen abstrusen Auffassungen ein Einzelfall sei, sagte der Minister. „Es handelt sich hier um einen einzelnen verwirrten General, der einer noch verwirrteren Auffassung eines CDU-Bundestagsabgeordneten zugestimmt hat.“ Günzel habe nach eigenen Angaben nicht damit gerechnet, dass Hohmann den Brief veröffentlichen würde. Auch Struck forderte die Unions-Fraktion auf, sich von Hohmann zu trennen.

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