CSU-Rebell verlässt Partei im Streit
„Angriffe, Diffamierungen, Unterdrückungsversuche“

Sein Vorhaben, bei der AfD aufzutreten, wurde dem CSU-Politiker Bendels zum Verhängnis. Die Parteispitze legte ihr Veto ein. Bendels reagierte mit scharfer Kritik und Parteiaustritt. Das ruft die AfD auf den Plan.

BerlinIn der CSU bahnt sich eine Debatte über den Umgang mit der AfD an. Hintergrund ist der Fall des konservativen Parteirebellen David Bendels. Auf Druck der CSU-Spitze musste Bendels einen Gastauftritt bei der AfD in Hessen absagen. Bendels zog daraufhin die Konsequenz und trat aus der Partei aus.

Den Austritt bestätigte Simon Rehak, Sprecher der CSU-Landesleitung. Die Parteiführung halte einen Gastauftritt eines Parteimitglieds bei der AfD für einen Verstoß gegen ihre Grundsätze, sagte Rehak dem „Nordbayerischen Kurier“.

Bendels erhebt in einer bei Facebook veröffentlichten Stellungnahme, die er auch an die Mitglieder der CSU und die Unterstützer der CSU-Basisbewegung „Konservativer Aufbruch“ versandt hat, schwere Vorwürfe gegen die Parteiführung. Der 31-Jährige war bisher Sprecher des „Konservativen Aufbruchs“, einer Gruppe in der CSU, die den Schwenk der Union in die Mitte ablehnt und stattdessen für einen rechtskonservativen Kurs eintritt.

In den zwei Jahren seines Engagements für den „Aufbruch“ habe er sich „massiven internen und öffentlichen Angriffen, Diffamierungen und Unterdrückungs- und Bevormundungsversuchen von Seiten der CSU-Landesleitung und einiger CSU Funktions- und Mandatsträgern“ ausgesetzt gesehen. Ausschlaggebend für seine Entscheidung, die Partei zu verlassen sei jedoch gewesen, dass sich einige wenige Aktive des „Aufbruchs“ dazu entschlossen hätten, diese „inakzeptablen Angriffe“ öffentlich zu unterstützen.

Zudem habe sich diese Gruppe dazu entschlossen, den „strategisch falschen und zudem undemokratischen Kurs der Parteiführung“ hinsichtlich des Umgangs mit der AfD mitzutragen. Bendels nannte ein von der CSU-Spitze verhängtes „Kontaktverbot“. Seine „Aufbruch“-Kollegen hätten zugesichert, keine „öffentlich zugespitzte“ Kritik mehr an den Beschlüssen der Parteiführung zu äußern. Durch diesen Richtungswechsel sei dem „Aufbruch“ ein derart „massiver und irreparabler Schaden“ zugefügt worden, „dass er zukünftig kaum mehr als konstruktiver Stachel im Fleisch der CSU agieren kann“.

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Chef der Bayern-AfD: „Von der eigenen Führung weggemobbt“

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