Über Pleiten, Pech und Pannen der Führungstandems wurde bei der Klausur ein Mantel des Schweigens gehüllt. Der Dampf sei ja schon abgelassen, es sei ja alles schon gesagt gewesen - „weiterer Streit nützt nur noch den anderen“, sagte ein CSU-Politiker. Sogar die Kritiker unterstützten in Kreuth Hubers Forderung, endlich Ruhe zu geben und sich nicht länger gegenseitig schlecht zu reden. Selbst Seehofer habe Huber „eins zu eins nachgebetet“, berichtete ein Teilnehmer.
Er sei „rundum zufrieden, menschlich alles in Ordnung“, sagte Seehofer am Samstag, als er abreiste. „Ich geh mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich glaube, wir packen das.“
Der Exparteichef und neue „Ehrenspielführer“ Edmund Stoiber hatte im CSU-Vorstand vor Kopflosigkeit gewarnt: Als Franz Josef Strauß wegen der „Spiegel“-Affäre als Verteidigungsminister zurücktreten musste, sei die CSU schon totgesagt worden. Dann habe sie doch wieder 55 Prozent bekommen.
„Jeder hat verstanden, worum es geht“, sagte der bayerische Landtagsfraktionschef Georg Schmid und legte die Hürde für das Tandem hoch: „Am Schluss muss 50 plus ein gutes Stück X stehen.“
So konnte Huber zufrieden feststellen: „Der Mythos CSU lebt.“ Von Kreuth gehe ein Aufbruchsignal aus: Die CSU zeige wieder „Geschlossenheit und den festen Willen zum Erfolg“.
Ausgerechnet da gestattete Beckstein einen Blick auf die alltäglichen Mühen des Tandems. Es sei ja auch gar nicht so, dass „Erwin Huber und ich groß gestritten hätten“, sagte der Ministerpräsident. Huber unterbrach seinen Tandempartner sofort: „Wir haben gar nicht gestritten!“ Beckstein ergänzte: „Uns verbindet eine enge und ich sage ausdrücklich auch, eine freundschaftliche Zusammenarbeit!“


