CSU: Schwerer Schlag für die Region München: BND kehrt Pullach den Rücken

CSU: Schwerer Schlag für die Region München
BND kehrt Pullach den Rücken

Die Zentrale des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND mit mehreren tausend Mitarbeitern wird von Pullach bei München nach Berlin-Zehlendorf verlegt. „Der Standort Pullach wird aufgelöst“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag. Dies sei eine Grundsatzentscheidung der Bundesregierung.

HB/dpa/rtr BERLIN. Grund für den Umzug ist nach Angaben von Vize-Regierungssprecher Thomas Steg die veränderte Sicherheitslage und die neue außenpolitische Rolle Deutschlands. Die Verlagerung der Behörde, die mehr als 5 000 Mitarbeiter zählt, soll Schritt für Schritt erfolgen. In Berlin soll die Behörde in der Clay-Kaserne in Zehlendorf untergebracht werden. In der Hauptstadt arbeitet jetzt schon die Auslandsabteilung des BND mit rund 1 000 Mitarbeitern.

Laut Steg ist der Ortswechsel auch deshalb notwendig, um eine enge räumliche Verzahnung zwischen Bundesregierung und Parlament einerseits und den Nachrichtendiensten andererseits zu schaffen. Es wird damit gerechnet, dass bis zum Jahre 2006 die meisten Mitarbeiter in Berlin arbeiten. Im Großraum München werde eine neue technische BND-Einrichtung geschaffen, die ihren Sitz aber nicht in Pullach habe, sagte Steg.

Die CSU zeigte sich empört. „Das ist ein schwerer Schlag für die Region München“, erklärte der CSU-Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser. Angesichts der neuen modernen Kommunikationsmittel sei dies eine „unnötige und unverständliche Maßnahme“ der Regierung. Etwa 4 000 Arbeitsplätze gingen dadurch verloren. „Die bayerische Staatsregierung muss jetzt in Berlin intervenieren.“

In Berlin wurde darauf hingewiesen, dass Ottobrunn im Großraum München von der Bundesregierung vor kurzem den Zuschlag als Standort für das künftige europäische Satellitensystem „Galileo“ erhalten hat. Mit diesem Milliarden schweren staatlich geförderten Industrieprojekt sind Tausende von Arbeitsplätzen verbunden.

Zum Zeitplan des Umzugs nannte Steg keine Details. Der Umzug werde „jetzt sukzessive umgesetzt“ und „sicherlich ein paar Jahre“ in Anspruch nehmen. Auch die Kosten bezifferte er nicht.

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