CSU
Stoiber sitzt fest im Sattel

Die Kritik an Edmund Stoiber wurde in den letzten Tagen erdrückend groß - auch aus den eigenen Reihen. Jetzt ist ihm Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann zur Seite gesprungen. Er betonte, die Position des bayerischen Ministerpräsidenten sei ungefährdet.

HB MÜNCHEN. Auf die Frage, wie fest Stoiber im Sattel sitze, sagte Herrmann am Freitagabend: „Fest.“ Der CSU-Vorsitzende habe während der dreitägigen Reise der CSU-Landtagsfraktion betont, dass er sich nach dem Verzicht auf ein Ministeramt in einer großen Koalition in Berlin ganz auf Bayern konzentrieren wolle. „Er sagt klar, Bayern ist sein Betätigungsfeld, und das ist auch gut so“, ergänzte Herrmann bei der Rückkehr der CSU-Landtagsabgeordneten auf dem Münchener Flughafen.

Herrmann bekräftigte, der abrupte Verzicht Stoibers auf das Amt des Bundeswirtschaftsministers habe zu Irritationen geführt. Es sei bereits darüber gesprochen worden, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Staatskanzlei und CSU-Fraktion im bayerischen Landtag nun ändern müsse. „Ich bin sicher, dass wir da auf gutem Weg sein werden“, sagte Herrmann.

Landtagspräsident Alois Glück, der wie Herrmann dem CSU-Vorstand angehört, betonte, nun müsse zunächst bis Mitte November die große Koalition im Bund besiegelt werden. Danach werde aber mit Sicherheit nicht Ruhe in der Partei verordnet, sondern die Vorgänge der vergangenen Monate müssten „intensiv nachvollzogen werden“. Glück sprach von der „Qualität des offenen Gesprächs“ als Voraussetzung dafür, dass die vorhandenen Probleme tatsächlich gemeistert würden. CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte, bei der Rom-Reise der CSU-Fraktion seien bereits viele Gespräche geführt worden, und die würden natürlich fortgesetzt.

Nach dem überraschenden Verzicht Stoibers auf das Amt des Wirtschaftsministers Anfang der Woche hatte sich eine Welle von Kritik über seine Amtsführung und sein Verhalten in den vergangenen Monaten über den seit 1993 amtierenden Ministerpräsidenten ergossen. Kritiker werfen ihm vor, die Partei nicht in seine Entscheidungen mit einzubeziehen und mit seinem langen Lavieren über einen Wechsel nach Berlin, seiner strikten Sparpolitik in Bayern und einigen als abfällig aufgefassten Äußerungen im Wahlkampf mit verantwortlich für das schwache Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl zu sein. Einige CSU-Abgeordnete aus der zweiten Reihe hatten sich für einen Verzicht Stoibers auf eine Kandidatur bei der Landtagswahl 2008 ausgesprochen - ein Vorgang, der noch vor wenigen Monaten in der CSU undenkbar gewesen wäre.

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