CSU und Flüchtlingskrise
„Mehr Mitmenschlichkeit können wir nicht leisten“

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner verschärft den Ton in der Flüchtlingsdebatte. Sie warnt vor einer Überforderung Deutschlands und fordert internationale Anstrengungen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen.
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BerlinDie bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hält internationale Anstrengungen für notwendig, um den Flüchtlingsandrang in Europa einzudämmen. „Um die Flüchtlingskrise zu bewältigen, müssen wir uns in den Krisenregionen engagieren – finanziell und diplomatisch. Wir brauchen eine internationale Konferenz mit Beteiligung Russlands, der Vereinigten Staaten und der Regionalmächte. Wir müssen an die Wurzeln des Problems, wenn wir den Flüchtlingsstrom stoppen wollen“, schreibt die CSU-Politikerin in einem Beitrag für das Handelsblatt (Dienstags-Ausgabe).

Aigner warnt vor einer Überforderung Deutschlands in der Flüchtlingsfrage. „Wahrheiten haben gelegentlich die Eigenschaft, unbequem zu sein, aber ich fürchte, dass wir dabei sind, unsere Bevölkerung, unser Land zu überfordern. Das geht nicht“, betonte die Ministerin. Sie erwarte daher, „dass sich die europäischen Staaten auf einen Plan einigen, der auf gemeinsamer und geteilter Verantwortung fußt“.

Vor dem heutigen Sondertreffen der EU-Innenminister in Brüssel rief auch der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn dazu auf, sich schnell auf eine Verteilung von 120.000 Flüchtlingen in Europa zu einigen. Wenn dieser Punkt geregelt sei, könne man sich verstärkt mit den Fluchtursachen wie der Lage in Syrien beschäftigen, sagte Asselborn im Deutschlandfunk. Er betonte, dass es eigentlich keinen rationalen Grund gebe, sich der Aufnahme von Flüchtlingen zu widersetzen.

Dem widersprach der slowakische Europaabgeordnete Richard Sulik im Deutschlandradio Kultur. Er wies darauf hin, dass jeden Monat zehntausende Menschen in die EU kämen. Eine Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen sei deshalb keine Lösung. Er plädierte vielmehr für Aufnahmelager außerhalb der EU, in denen die Asylbewerber warten müssten, bis über ihre Anträge entschieden ist.

Die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic kritisierte in diesem Zusammenhang die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und warf ihr in einem Fernsehinterview vor, durch unbedachte Äußerungen ein Chaos angerichtet zu haben. Erst habe die Kanzlerin die Migranten gerufen und jetzt ziehe sie die Notbremse.

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„Wir erleben Völkerwanderung, die den Kontinent zu zerreißen droht“

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  • Sehe ich das auf dem kleinen Bild auf der Titelseite richtig?

    Campen moslemische Flüchtlinge auf einem christlichen Friedhof und benutzen und vermüllen den als Lagerplatz, Feuermachen etc....?
    Die Gräber sind ja noch geschmückt, das stört aber offensichtlich nicht.

    Ich freue mich schon auf solche Menschen die sicherlich auch hier sich nicht anders verhalten werden.

  • @wolfgang trantow

    warum unterstützt die kirche das alles ???

  • Auch die Österreicher kommen langsam aber sicher auf den Trichter. Lt. einer Analyse der österreichischen Sicherheitsbehörden drohe eine "Gefahr interethnischer und interreligiöser Konflikte unter den Migranten" bis hin zu einer "Außerkraftsetzung der gesetzlichen Strukturen". Außerdem bestehe "Gefahr für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit durch die massive Bindung des Polizeipersonals zur Abwicklung der Tätigkeiten im Zusammenhang mit illegalen Einreisen".

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