Cyber-Kriminalität

Kriminalbeamte fordern Ausweispflicht fürs Internet

Manipulierte Webcams, großangelegte Cyber-Attacken - das Internet ist, so der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), der größte Tatort der Welt. Im Kampf gegen die Netz-Kriminalität hat der BDK der Bundesregierung ein 15-Punkte-Sofortprogramm vorgelegt.
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Stopp! Kriminalbeamte fordern "Verkehrsregeln" für das Internet. Quelle: dpa

Stopp! Kriminalbeamte fordern "Verkehrsregeln" für das Internet.

(Foto: dpa)

HB BERLIN. Wegen der Sorge vor manipulierten Webcams und großangelegter Cyber-Attacken werden Forderungen nach weniger Anonymität im Netz und einer konsequenteren Verfolgung von Straftaten laut. So will der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) eine Ausweispflicht für das Internet einführen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte davor, die Gefahr durch manipulierte Webcams zu unterschätzen.

Im Kampf gegen die Netz-Kriminalität legte der BDK der Bundesregierung ein 15-Punkte-Sofortprogramm vor. "Was wir brauchen, ist ein verlässlicher Identitätsnachweis im Netz", wird der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag zitiert. "Wer das Internet für Käufe, Online-Überweisungen, andere Rechtsgeschäfte oder Behördengänge nutzen will, sollte sich zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen müssen."

Er forderte die Bundesregierung auf, "Verkehrsregeln" für das Internet zu schaffen. Es habe sich zum größten Tatort der Welt entwickelt, und die Bundesregierung verharre immer noch in der Zuschauerrolle. Es sei dringend erforderlich, "Spezialeinheiten für Computerkriminalität" in jeder Polizeibehörde einzurichten.

"Attacken auf die digitale Infrastruktur des Landes können sich ähnlich verheerend auswirken wie atomare Angriffe", beklagte der BDK-Chef. Deshalb bedürfe es eines "Reset-Knopfs für das Internet", mit dem das Kanzleramt Deutschland im Ernstfall sofort vom Netz nehmen könne.

Der Chaos Computer Club (CCC) wies die Forderungen nach einem solchen „Reset-Knopf“ als albern zurück. „Der kann mal seine Science-Fiction-Romane wieder einpacken“, sagte CCC-Sprecherin Constanze Kurz mit Blick auf den BDK-Vorsitzende Klaus Jansen am Samstag der Nachrichtenagentur DAPD in Berlin.

Selbstverständlich seien anonyme Räume im Netz notwendig. „Die Anonymität ist wichtig für die Meinungsbildung und die Informationsfreiheit.“ Der Reset-Knopf sei eine „lächerliche Schnapsidee“, sagte sie. Damit würden sowohl die Menschen vom Informationsfluss abgeschnitten als auch die Wirtschaft generell ausgeschaltet. Die Kriminalitätsstatistik zeige zudem, dass Straftaten im Internet deutlich häufiger aufgeklärt würden als in der nicht-virtuellen Welt. Es sei gefährlich, das Netz als Gefahrenraum zu hysterisieren.



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1 Kommentar zu "Cyber-Kriminalität: Kriminalbeamte fordern Ausweispflicht fürs Internet"

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  • ich denke dies ist eine Grossatakke auf die Meinungsfreiheit im internet.
    Hier muss man mehr die betreiber an die Kandare nehmen und nicht den bürger als Kriminellen diffamieren.
    Wenn es solche dirty People im internet gibt, sind die Firmen gefragt , welche Milliarden Umsätze damit fahren.
    Was hier vom bDK vorgeschlagen wird, erinnert an den sog. "Patriot ACT" in den USA. Faschismus auf unterster Ebene. Mit bespitzelung und Freiheitsberaubung im Gepäck.
    Nein, dies ist der falsche Ansatz. Wie der CCC schon sagt.. Linse überkleben. Fertig.

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