Cyberattacke
Hacker stehlen Bundestag-Daten

Der Bundestag ist erneut Ziel einer Cyberattacke geworden. Ein Sprecher bestätigte, dass die Hacker Daten stehlen konnten. Noch ist unklar, wer hinter der Attacke steht und ob das Schadprogramm gestoppt wurde.
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BerlinBei der jüngsten und bisher schwersten Cyberattacke auf den Bundestag ist es den Hackern gelungen, Daten zu stehlen. Es seien „mittlerweile vereinzelte Datenabflüsse festgestellt worden“, sagte ein Sprecher der Bundestagverwaltung am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Die betroffenen Büros sind informiert und Gegenmaßnahmen sind ergriffen worden.“

Weitere Angaben zum Spähangriff wollte er nicht machen. Nach wie vor unklar ist, wer hinter der Attacke steht und ob die Sicherheitsexperten das Schadprogramm mittlerweile stoppen konnten.

Vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass Bundestags-Computer Ziel einer bislang beispiellosen, mehrtägigen Attacke unbekannter Hacker geworden waren. Die Hacker hatten Medienberichten zufolge Anfang Mai zunächst die Computer einer Fraktion mit einem sogenannten Trojaner infiziert und sich so Zugang zu Administrator-Passwörtern verschafft. Damit sei es ihnen gelungen, ins gesamte Bundestags-Netzwerk einzudringen. Auch Computer von Regierungsmitgliedern sind von dem Angriff betroffen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • In vielen Gesprächen haben viele Bekannte ihre Verwunderung darüber geäußert, warum so ein Angriff nicht einfach abgestellt werden kann. Nun, die IT-Systeme und die sie angreiffenden Advanced Persistent Threats (APTs) sind so verzwickt, dass die zeitliche Verzögerung bis zur Identifizierung von APTs im Finanzsektor bei 98 Tagen und im Onlinehandel bei 197 Tagen liegt (Zahlen ganz neu vom Ponemon Institute). Und dann wurden die Angriffe erst erkannt, von abgewehrt ist noch gar nicht die Rede. Im Falle des Angriffes auf den Bundestages darf mit ähnlichen Komplikationen gerechnet werden, interne Sicherheitsteams können gar nicht alle Angriffe entdecken und abwehren. Die Analysten von Gartner prognostizieren daher, dass Organisationen zu ihrem bestehenden Sicherheitsteam externe Experten hinzuziehen müssen, um Cyberattacken erfolgreich zu bekämpfen (vgl. http://w.idg.de/1zWbk5e). So sieht's aus.

    Dietmar Müller,
    im Namen von IDG und FireEye

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