Da hilft auch der Ausblildungspakt nicht
Lehrstellenlücke wächst

Die Lehrstellenlücke ist trotz des Ausbildungspakts zwischen Bundesregierung und Wirtschaft zu Beginn des Ausbildungsjahres Ende September größer ausgefallen als im vorigen Jahr. Rein rechnerisch hätten nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) 31 200 Ausbildungsplätze gefehlt, nach 20 100 Ende September 2003, hieß es am Dienstag aus informierten Kreisen unter Berufung auf die offizielle Statistik der BA.

HB BERLIN. Ende September dieses Jahres seien 44 600 Ausbildungsbewerber noch nicht vermittelt gewesen, während es noch 13 400 offene Stellen gegeben habe. Gleichwohl seien bundesweit mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Vorjahr. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Handwerks seien in deren Branchen bis Ende September 13 200 oder 3,1 % mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Die Lehrstellenlücke sei dennoch gewachsen, weil für eine wachsende Bewerberzahl das Lehrstellenangebot nicht in gleichem Maße zugenommen habe.

In einer Erklärung der Bundesregierung, der BA und der Spitzenverbände der Wirtschaft heißt es, der Zuwachs an neuen Ausbildungsverträgen zeige, „dass die intensiven Anstrengungen des Ausbildungspaktes erste Früchte tragen“. Der Zuwachs an neuen Ausbildungsstellen habe den konjunkturell bedingten Abbau bereits mehr als kompensiert. Es komme entscheidend auf die Nachvermittlung bis Ende Dezember an. Oberstes Ziel bleibe es, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot für eine Ausbildung oder Qualifizierung zu machen. Die Vorzeichen dafür stünden gut.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, kündigte im Deutschlandfunk an, dass alle knapp 45 000 noch unversorgten Jugendlichen von den Kammern und Arbeitsagenturen zum Gespräch eingeladen würden. „Wir werden mit ihnen reden, welche Qualifikationen sie haben“, sagte Wansleben. Dabei werde deutlich gemacht, dass man nicht immer am Wunschberuf festhalten könne. Ein Problem bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen sei häufig auch die mangelnde Qualifikation der Bewerber.

Wansleben zufolge hat die Wirtschaft rund 34 000 neue Ausbildungsplätze geschaffen. Im Ausbildungspakt mit der Regierung hatten die vier Spitzenverbände Mitte Juni zugesagt, für drei Jahre im Durchschnitt jährlich 30 000 neue Lehrstellen sowie 25 000 mehrmonatige Einstiegspraktika für schwer vermittelbare Jugendliche zu schaffen. Im Gegenzug legte die Regierung die Gesetzesregelung für eine Ausbildungsumlage vorerst auf Eis.

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