DAAD-Studie
Ausländer brechen Studium häufiger ab

Internationale Gaststudenten loben die hohe Qualität von Bildung und Forschung in Deutschland. Dennoch gibt fast jeder zweite schon vor dem Bachelor-Abschluss auf. Nun soll die Betreuung besser werden.
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BerlinAusländische Studierende sind mit ihrer Ausbildung an deutschen Hochschulen äußerst zufrieden und loben die hohe Qualität von Bildung und Forschung – trotzdem brechen 40 Prozent ihr Bachelor-Studium ab. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Bei deutschen Studierenden liegt die Abbruchquote bei 28 Prozent.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU), bezeichnete die Abbruchquote der Gaststudenten als „viel zu hoch“. Für junge Menschen, die zum Studium nach Deutschland kämen, sei es „frustrierend“, wenn sie vorzeitig wieder nach Hause müssten.

Auf die genauen Gründe geht die Untersuchung nicht ein. Als „Schwierigkeiten“ nennen die repräsentativ Befragten unter anderem Visa-Probleme. Besonders betroffen sind hier Studierende aus Afrika, Nahost und Osteuropa. Hier könne sicherlich in den deutschen Botschaften vor Ort noch mehr getan werden, sagte Böhmer. „Eine Willkommenskultur beginnt bereits im Ausland.“

Große Probleme gibt es der Befragung zufolge auch bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen. Bund, Länder und Kommunen müssten hier noch besser an einem Strang ziehen, sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel.

Mehr als 300.000 der derzeit 2,5 Millionen Studierenden in Deutschland haben einen ausländischen Pass. Die Zahl der ausländischen Studienanfänger steigt. Zum Wintersemester 2013/2014 hatte bereits jeder fünfte Studienanfänger seine Studienberechtigung nicht in der Bundesrepublik erworben. Die Zahl der ausländischen Studierenden soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 auf 350.000 steigen.

Böhmer wie Wintermantel bekräftigten, dass es dabei nicht nur um das Werben künftiger Fachkräfte für die Wirtschaft gehe. Ehemalige DAAD-Stipendiaten seien „Freunde Deutschlands in aller Welt“. Böhmer kündigte an, dass die Bundesregierung das Betreuungsprogramm „Stibet“ fortsetzen und ausbauen werde. Mit den Programm-Mitteln von acht Millionen Euro jährlich finanzieren die Hochschulen Informations- und Betreuungsangebote für ausländische Studierende.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Aha, also mal wieder Gutmenschentum und STeuergeld.
    Mir ist nicht bekannt, dass deutche Studenten im Ausland betreut werden
    Übrigens, müssen deutsche Studenten im Ausland zahlen

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