Däke kritisiert Abgabenlast
Steuerzahler arbeiten jetzt in die eigene Tasche

Sechseinhalb Monate haben die Deutschen in diesem Jahr rein rechnerisch nur für Steuern und Abgaben gearbeitet. Erst seit Donnerstagmorgen, 4.13 Uhr, fließe das Geld ins eigene Portmonee, teilte der Bund der Steuerzahler (BdSt) in Berlin mit.

HB BERLIN. Obwohl die Abgabenlast in Bezug auf das Volkseinkommen gegenüber dem Vorjahr von 54,0 auf 53,6 Prozent gesunken sei, könne keine Entwarnung gegeben werden, sagte BdSt-Präsident Karl Heinz Däke. „Die Gesamtabgabenlast ist nach wie vor deutlich zu hoch.“

Vor diesem Hintergrund mahnte Däke eine durchgreifende Steuerreform an. Das Steuervereinfachungskonzept der Union sei wieder „in der Schublade verschwunden“, und das teilweise Vorziehen der jüngsten Steuerreform habe nur wenig bewirkt, da dies mit Mehrbelastungen an anderer Stelle erkauft worden sei. So sei ein Urteil des Bundesverfassungsgericht missbraucht worden, um den Beitrag von Kinderlosen zur Pflegeversicherung zu erhöhen, statt die Abgabenlast für Familien zu senken.

Der Steuerzahler-Präsident begrüßte den jüngsten Rückgang der Abgabenquote auf 53,6 Prozent, nachdem sie im Jahr 2000 laut BdSt-Berechnungen noch das Rekordniveau von 56,9 Prozent erreicht hatte. Sorge bereite ihm aber der langfristig steigende Trend, sagte Däke und verwies darauf, dass die Quote im Jahr 1960 gerade einmal bei 41,5 Prozent gelegen habe. Besonders alarmierend sei die Entwicklung bei den Sozialausgaben, wo der Wert seit den sechziger Jahren von 12,4 auf 22,6 Prozent gestiegen sei.

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