„Dänen-Ampel“ perfekt
Albig regiert jetzt Schleswig-Holstein

SSW, Grüne und SPD haben Torsten Albig mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins gemacht. Der 49-jährige Jurist zieht mit „Ideen für 20 Jahre Regierung“ in den Landtag.
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KielDer politische Senkrechtstarter Torsten Albig ist am Ziel. Der Sozialdemokrat mit dem markantem Glatzkopf und der Brille regiert seit Dienstag mit einer „Dänen-Ampel“ in Schleswig-Holstein. Musste der 49-Jährige bei der Landtagswahl am 6. Mai noch um eine Mehrheit zittern, stand die Ein-Stimmen-Mehrheit von SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW), der Partei der dänischen Minderheit, am Dienstag im Kieler Landtag bereits im ersten Wahlgang.

Albig gilt als Pragmatiker und wird eher dem bürgerlichen Flügel der SPD zugerechnet. Erfahrungen mit einem rot-grün-blauen Bündnis sammelte er in den vergangenen Jahren bereits auf kommunaler Ebene. In Kiel arbeitete er als Oberbürgermeister bis zum Sommer relativ geräuschlos mit einem solchen Dreierbündnis zusammen.

Nach Jahren, in denen das nördlichste Bundesland außerhalb der Landesgrenzen vor allem durch den Streit seiner Spitzenpolitiker auffiel, will der rhetorisch beschlagene Jurist nun einen neuen Politikstil prägen und verstärkt den Dialog mit Bürgern als auch den politischen Mitbewerbern suchen.

„Ideen für 20 Jahre Regierung“ habe das neue Bündnis, sagte der mit einem großen Selbstbewusstsein ausgestattete gebürtige Bremer am Wochenende vor der Verabschiedung des Koalitionsvertrages auf dem SPD-Landesparteitag in Neumünster. Trotz der knappen Mehrheit des Bündnisses von nur einer Stimme hatte sich Albig vor der Wahl sicher gezeigt. „Die Mehrheit steht, weil wir die Besseren sind“, sagte er am Montagabend nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages.

Erst zwei Jahre in der Landespolitik

Landespolitisch in Erscheinung trat Albig erst vor knapp zwei Jahren. Nach seiner überraschenden Bewerbung um die Spitzenkandidatur fegte er den eher raubeinigen SPD-Landeschef Ralf Stegner Anfang 2011 in einem Mitgliederentscheid aus dem Weg. Knapp 70 Prozent der mehr als 19.000 Genossen im nördlichsten Bundesland hatten sich daran beteiligt. Seinen neuen Politikstil demonstrierte er anschließend, indem er sofort den Schulterschluss mit dem unterlegenen Stegner vollzog, was ihm einige seiner Anhänger übel nahmen.

Es war nicht die erste Wahl, die der Jurist überraschend klar für sich entschied. Vor gerade einmal drei Jahren hatte er sich bei der Kieler Oberbürgermeister-Direktwahl bereits im ersten Wahlgang gegen die damalige Amtsinhaberin Angelika Volquartz (CDU) durchgesetzt.

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