Dank Sepa-Verfahren
Fiskus nimmt weniger Geld ein

Leichter Dämpfer für die Staatskassen: Der Fiskus verbucht ein kleines Minus – und macht dafür die Umstellung des Zahlungsverkehrs verantwortlich. Das Finanzministerium spricht von einer Momentaufnahme.
  • 0

BerlinBund und Länder haben im Februar leicht geringere Steuereinnahmen verbucht. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums von Dienstag nahm der Fiskus knapp 43,2 Milliarden Euro ein, das sind 0,1 Prozent weniger als im Vorjahrszeitraum. Dabei seien die reinen Bundessteuern vorübergehend um 8,2 Prozent zurückgegangen. Als Ursache nennt das Finanzministerium in seinem Monatsbericht vor allem Verzögerungen durch die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das SEPA-Verfahren. Dagegen legten die gemeinschaftlichen Steuern um 1,7 Prozent und die Ländersteuern um 13,9 Prozent zu.

Zudem weise die Stromsteuer einen Rückgang um 28,0 Prozent auf. Der sei im Wesentlichen auf höhere Erstattungen vor allem aufgrund des sogenannten Spitzenausgleichs zurückzuführen. Diese Steuererleichterung kann dem produzierenden Gewerbe bei mehr Energieeffizienz und Einsparzielen gewährt werden.

Bei den gemeinschaftlichen Steuern machte sich erneut die hohe Beschäftigung bemerkbar, im Februar ging die Arbeitslosenzahl den dritten Monat in Folge zurück. So lagen die Einnahmen aus der Lohnsteuer mit 12,7 Milliarden Euro um 7,2 Prozent höher als im Vorjahr.

Bei der Kfz-Steuer wiederum habe die Überführung der Verwaltung von den Ländern auf den Bund zu „temporären Einnahmeausfällen“ geführt. Die Mindereinnahmen (minus 27,1 Prozent) würden allerdings in den Folgemonaten wieder ausgeglichen. Das Minus bei der Tabaksteuer (11,9 Prozent) stehe im Zusammenhang mit dem Steuermodell nach Erhöhung der Tabaksteuersätze zum 1. Januar 2014.

In den Monaten Januar und Februar zusammen ist das Steueraufkommen (ohne reine Gemeindesteuern) zwar um 1,5 Prozent gestiegen. Das Zwei-Monats-Plus fiel aber schwächer aus als der für das Gesamtjahr erwartete Zuwachs von 3,3 Prozent. Das Finanzministerium betonte aber nach den Februar-Zahlen: „Aus diesen Werten lassen sich keine Rückschlüsse auf das Steueraufkommen im Gesamtjahr 2014 ziehen.“

Auch wird darauf verwiesen, dass die deutsche Wirtschaft gut in das 1. Quartal gestartet sei. Die Wirtschaftsdaten deuteten auf einen breitangelegten Aufschwung in diesem Jahr hin: „Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland steht auch zu Beginn des neuen Jahres im Zeichen einer konjunkturellen Expansion.“ Die optimistische Stimmung in den Unternehmen und der Verbraucher zeige zusammen mit dem Aufwärtstrend der „härteren“ Konjunkturindikatoren, „dass die konjunkturellen Auftriebskräfte immer mehr an Kraft gewinnen“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dank Sepa-Verfahren: Fiskus nimmt weniger Geld ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%