Das Kandidatenkarussel dreht sich
Nur Merkel und Stoiber schweigen eisern

Die Union steht in der Frage der Kanzlerkandidatur geschlossen hinter Angela Merkel. Doch die CDU-Parteichefin selbst zeigt sich erstaunlich zurückhaltend. Auch Edmund Stoiber schweigt bislang zum Kandidatenkarussel. Seine Parteikollegen werden da schon deutlicher, was Stoibers künftige Rolle angeht.

HB BERLIN. Merkel wollte sich trotz klarer Aussagen führender Unionspolitiker nicht zu ihrer möglichen Kandidatur äußern. Am Montag verwies sie lediglich auf eine gemeinsame Präsidiumssitzung mit der CSU Anfang kommender Woche. Dann würden inhaltliche und personelle Fragen geklärt, sagte Merkel.

Zuvor hatten sich mehrere CDU-Spitzenpolitiker überzeugt gezeigt, dass Merkel die Union in die für Herbst geplanten vorgezogenen Bundestagswahlen führt. Auch für den Unions-Kanzlerkandidaten im Jahr 2002 zeichnet sich ein hoher Posten ab: CSU-Chef Edmund Stoiber, der bei der Bundestagswahl 2002 gegen Schröder angetreten war, will nach Angaben seiner Partei in einer unionsgeführten Bundesregierung ein exponiertes Amt übernehmen. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte, Stoiber werde in einer unionsgeführten Regierung eine ganz wichtige Rolle übertragen: "Die wichtigste Rolle, die man als CSU-Vorsitzender in einer Bundesregierung spielen kann". In Berlin wird davon ausgegangen, dass sich Stoiber als künftiger Außenminister oder als "Superminister" für Wirtschaft und Arbeit sieht.

Offiziell wollte Stoiber dazu keinen Kommentar abgeben, und auch CSU-intern soll er seine Parteifreunde im Unklaren gelassen haben. Nach einem Bericht der Zeitung "Münchner Merkur" sagte Stoiber auf einer Sitzung des CSU-Präsidiums in München, er wolle sich erst nach dem Wahltag entscheiden, ob er nach Berlin wechsele. Stoiber soll nach Angaben eines Sitzungsteilnehmers erklärt haben: "Das ist meine ureigene persönliche Entscheidung, und das bitte ich zu respektieren."

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