"Das kann nicht funktionieren"
Kassen kritisieren Schmidts Pläne zum Zahnersatz

Der Kompromissvorschlag von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zur Absicherung des Zahnersatzes wird von den Krankenkassen überwiegend skeptisch beurteilt. "Die Rechnung steht auf wackligen Beinen", sagte Herbert Rebscher, Vorstandschef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

BERLIN. Auch Norbert Klusen, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, kritisierte: "Das kann nicht funktionieren." Beide Kassenmanager kritisierten, dass Schmidt einen einkommensabhängigen Beitrag anstrebe, zugleich aber die mit der Union vereinbarte Möglichkeit zum Abschluss der Police bei einer privaten Krankenversicherung offen halten wolle. "Dann bleiben die Durchschnitts- und Geringverdiener unter sich, und die Menschen mit höherem Einkommen können sich aus der Solidarität verabschieden", sagte Klusen. Denjenigen, die im gesetzlichen System blieben, drohten wegen der ungleichen Risikoverteilung zudem "ständige Erhöhungen der Beiträge", warnte Rebscher. Beide Vorstandschefs forderten, gesetzlich Krankenversicherte zur Absicherung ihres Zahnersatzes bei einer gesetzlichen Kasse zu verpflichten.

Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, äußerte sich im "Handelsblatt" weniger skeptisch. "Die Regelung bringt auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber dem Konsens der Gesundheitsreform." Die Wechselmöglichkeit zur privaten Versicherung sei politisch kaum zu kippen, räumte Ahrens ein. Er fürchte jedoch nicht, dass viele Besserverdienende ihren Zahnersatz bei den privaten Assekuranzen absichern: "In der Regel werden wir immer den günstigeren Beitrag bieten."

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