„Das sind keine seriösen Aufrufe“
Clement: Kein Notpaket für den Einzelhandel

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die von der FDP im Zusammenhang mit den Problemen des Handelskonzerns Karstadt-Quelle geforderte generelle Unterstützung des Einzelhandels zurückgewiesen.

HB MÜNCHEN. „Das sind keine seriösen Aufrufe“, sagte Clement am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk zur Forderung des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Rainer Brüderle nach einem Notpaket für die Einzelhandelsbranche. Brüderle solle sich auf seine marktwirtschaftliche Einstellung besinnen, sagte Clement. Der Einzelhandelsverband HDE hatte jüngst seine Umsatzerwartung für 2004 gesenkt und rechnet nun mit einem nominalen Rückgang um 0,5 % nach einem zuvor erwarteten Anstiegs um 0,5 %.

Clement bekräftigte, KarstadtQuelle könnte über die Bundesagentur für Arbeit unterstützt werden. „Wir stehen gewissermaßen Gewehr bei Fuß, aber jetzt muss das Unternehmen handeln.“ Eine finanzielle Unterstützung für Karstadt mit öffentlichen Mitteln komme derzeit aber nicht in Frage. „Im Moment ist das nicht die Frage. (...) Zunächst einmal ist es Aufgabe des Unternehmens selbst, sich zu helfen.“

„Der deutsche Einzelhandel braucht kein Notprogramm“, sagte ebenfalls Hubertus Pellengahr, Sprecher des Branchendachverbandes HDE, der „Frankfurter Rundschau“. Der Handel sei „keine Branche in Not“, es gebe auch Unternehmen, die ausgesprochen gut dastünden. Pellengahr fordert die Gemeinden auf, bei der Vergabe von Bauflächen vor allem „auf der grünen Wiese“ strengere Maßstäbe anzulegen und schädliche Ansiedlungen zu verhindern.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) wandte sich gegen ein Einschalten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in den Fall Karstadt. Dies wecke nur Hoffnungen bei den Menschen und rufe Erinnerungen an politische Einflussnahmen wie etwa beim Bauunternehmen Philipp Holzmann, sagte er im MDR. Der CSU-Wirtschaftsexperte Johannes Singhammer hatte gefordert, Schröder müsse das Thema KarstadtQuelle zur Chefsache machen.

Karstadt-Quelle hatte am Dienstag ein drastisches Sanierungsprogramm präsentiert, das unter anderem den Verkauf oder die Auslagerung von 77 der 181 Warenhäuser sowie den Verkauf aller 305 Fachgeschäfte vorsieht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%