"Das Verteidigungsministerium kommt langsam in Schwierigkeiten"
Union rechnet mit 20 Misshandlungsfällen

Nach Angaben der Union geht die Bundeswehr inzwischen von etwa 20 Fällen von Soldatenmisshandlungen aus. „Das Verteidigungsministerium kommt langsam in Schwierigkeiten. Die Meldewege funktionieren nicht“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Christian Schmidt (CSU), am Donnerstag in Berlin.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte am Vortag von zwölf Fällen gesprochen. Schmidt forderte Struck zu einer besseren Informationspolitik auf. Sonst sei ein Untersuchungsausschuss nicht auszuschließen.

In einer der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegenden Liste des Ministeriums werden 14 Fälle aufgeführt, darunter ein Fall in Brandenburg „ohne Befund“. Genannt werden neben den bekannten sechs Standorten ferner Hamm (Nordrhein-Westfalen), Parow und Wittmund (Mecklenburg-Vorpommern), Sonthofen (Bayern), Wildeshausen (Niedersachsen).

Nach NDR-Informationen hat an der Marinetechnikschule Parow bei Stralsund ein Hauptbootsmann im Februar dieses Jahres unter anderem einen Rekruten gezwungen, eine Handgranate zu halten. Dann habe er die Sicherung gezogen. Der Rekrut habe nicht gewusst, dass die Granate nicht scharf war. Die Staatsanwaltschaft Stralsund habe einen Strafbefehl erlassen.

Die Misshandlungen sprechen nach Ansicht von Struck gegen eine Berufsarmee. „Solche Dinge würden in einer Freiwilligen- und Berufsarmee wahrscheinlich gar nicht herauskommen“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“ (Donnerstag). Auch der CDU-Wehrexperte Karl Lamers sagte dem „Mannheimer Morgen“, die Grünen-Forderung nach einer Abschaffung der Wehrpflicht sei „vollkommener Unsinn“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%