Daten „selektiv“ genutzt
DIW: Armutsbericht beschönigt Lage

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) steht in der Kritik, das wahre Ausmaß der Armut in Deutschland zu beschönigen. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) liegt die Armutsquote fünf Prozent höher als vom Minister angegeben.

HB BERLIN. Die Armutsquote liegt nach Darstellung des DIW bei 18, nicht bei 13 Prozent. Das Institut, das diese Zahl errechnete, warf Scholz vor, er habe nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Daten genannt.

Das Ministerium wies am Dienstag den Vorwurf der Beschönigung zurück. Scholz hatte den Entwurf des neuen Armutsberichtes am Montag vorgelegt.

Das DIW hatte in den von Scholz nicht erwähnten Zuarbeiten für den Regierungsbericht errechnet, dass die Armutsquote zwischen den Jahren 2000 und 2006 von 11,8 auf 18,3 Prozent angestiegen sei. Scholz hatte von 13 Prozent und einem Zuwachs um einen Punkt gesprochen.

Der DIW- Experte Markus Grabka sagte, der Minister habe Daten „selektiv“ herausgegriffen. „Wenn man andere Daten kennt und sie nicht nennt, ist das schon verwunderlich.“ Er bestätigte damit einen Bericht der „Thüringer Allgemeinen“.

Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte dazu, der Bericht biete „die umfassendste statistische Grundlage für gesicherte Aussagen über Armut und Reichtum in Deutschland im europäischen Vergleich“. Das sei „allgemein anerkannt“. Den Vorwurf, die Entwicklung werde durch die Auswahl der Daten beschönigt, treffe nicht zu.

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