Datenhandel

Grüne fordern Rücktritt des Debeka-Vorstands

Nach Handelsblatt-Recherchen ist der Skandal um Datenhandel bei der Debeka-Versicherung größer als bisher bekannt. In der Politik ist die Empörung groß. Der Grünen-Finanzexperte Schick fordert harte Konsequenzen.
Update: 13.12.2013 - 17:17 Uhr 28 Kommentare
Gerhard Schick, Finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion: „Der Skandal sprengt jegliche Vorstellungskraft.“ Quelle: picture-alliance / Sven Simon

Gerhard Schick, Finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion: „Der Skandal sprengt jegliche Vorstellungskraft.“

(Foto: picture-alliance / Sven Simon)

BerlinMit der Forderung nach drastischen Konsequenzen hat der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick auf neue Enthüllungen im Skandal um Datenhandel bei der Debeka-Versicherung reagiert. „Sollten die Informationen des Handelsblatts von heute Morgen stimmen, so sprengt der Skandal jegliche Vorstellungskraft. Die Dimension von über 100 Millionen Euro Bestechungsgeldern an über 10.000 Beamte, die über viele Jahre regelmäßig Zahlungen erhielten, zeigt, dass es sich hier nicht um die Tat einzelner krimineller Mitarbeiter handelt, sondern dass das gesamte Unternehmen systematisch involviert war“, sagte Schick Handelsblatt Online. Noch unglaublicher aber sei der interne Sprachgebrauch, der Glaube, über dem Gesetz zu stehen. „Welche bodenlose Frechheit, die korrupten Beamten auch noch mit VM, also Vertrauensmitarbeiter zu titulieren.“

Aus Schicks Sicht ist der Skandal die vorläufige Spitze von Erkenntnissen über die Zustände in Deutschlands Versicherungsbranche. Daraus müssten unbedingt Konsequenzen gezogen werden. „Dieser Skandal muss ähnlich radikal und professionell mit externer Unterstützung und neuen Köpfen aufgearbeitet werden, wie dies Siemens vor einigen Jahren gemacht hat“, sagte er. Konkret forderte Schick, den gesamten Debeka-Vorstand „sofort“ abzulösen, sobald sich bestätige, dass die Vorwürfe stimmen. „Wenn der Vorstand nicht freiwillig zurücktritt, muss ihn die BaFin abberufen, da er nicht die aufsichtsrechtlichen Kriterien der Zuverlässigkeit erfüllt.“

Außerdem, so Schick weiter, sei der Debeka-Vorstandschef Uwe Laue als Mitglied des Verbraucherbeirats der BaFin nicht mehr tragbar. Der Debeka-Vorstand, alle involvierten Debeka-Mitarbeiter sowie alle bestechlichen Beamten müssten zudem strafrechtlich verfolgt werden. Schick sieht außerdem Klärungsbedarf hinsichtlich der Kontrollfunktion der Versicherungsaufsicht. „Es muss geklärt werden, wie die BaFin systematische Bestechung über so viele Jahre und in dieser Dimension nicht sehen konnte, obwohl diese ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells war“, sagte er. „Diese mangelhafte Aufsicht muss parlamentarisch ohne Scheuklappen aufgearbeitet werden und die notwendigen Konsequenzen müssen gezogen werden.“ Darüber hinaus müsse der Gesetzgeber den Versicherungsvertrieb neu regeln.

Die Grünen-Fraktionsvize Kerstin Andreae sprach von einem handfesten Skandal, der mit dem Beamtenstatus und dem Dienstrecht in keiner Weise vereinbar sei. "Der Bundesinnenminister (Hans-Peter Friedrich, CSU) ist in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass jetzt umfassend aufgeklärt und auch Konsequenzen gezogen werden", sagte Andreae Handelsblatt Online. Die Debeka habe sich durch "quasi Schmiergeldzahlungen" unfaire Wettbewerbsvorteile verschafft. "Das sollte sich das Kartellamt genauer anschauen", betonte die Grünen-Politikerin. Auch Zweckentfremdung von Versichertengeldern sei für die Debeka nichts neues, fügte sie hinzu. "Schon im Wahlkampf hatte das Unternehmen bei ihren Mitgliedern aktiv Wahlwerbung gegen die Bürgerversicherung gemacht." Dieses Verhalten widerspreche eklatant den Prinzipien einer ethischen Unternehmensführung, so Andreae.

Nach Recherchen des Handelsblatts unterhält die Koblenzer Debeka-Versicherung bundesweit ein Netz von mehr als zehntausend Beamten, die gegen Bezahlung bei der Vermittlung von Krankenversicherungen, Lebensversicherungen und anderen Debeka-Produkten helfen. Über die Jahre sollen auf diese Weise weit mehr als 100 Millionen Euro von der Versicherung an Beamte geflossen sein. Diese Beamte würden intern „Vertrauensmitarbeiter“ (VM) genannt und Namen und Kontaktdaten vor allem solcher Kollegen vermitteln, die gerade ihren Dienst angetreten haben.

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28 Kommentare zu "Datenhandel: Grüne fordern Rücktritt des Debeka-Vorstands"

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  • @Recht (13.11.2013, 17:40 Uhr)

    "Es ist schon eine bodenlose Frechheit,was für eine Macht die Medien haben."

    Wieso soll die 4. Gewalt im Staat eine Frechheit sein?
    Sie ist absolut notwendig mein Freund nur leider zu schwach und glänzt regelmäßig mit Quantität statt Qualität!


    "Man sollte wissen,dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Debeka lange Zeit krank war und aus Frust und Unzufriedenheit der Debeka jetzt Schaden zufügen will."

    Nette vorgeschobene unbewiesene Behauptung zur Verdummung der Leserschaft!


    "Die einzigen die sich zu Wort melden,sind Grün und Rot.Ein Schelm,wer dabei an die Bürgerversicherung denkt."

    Den Blödsinn reflektiere ich gar nicht!


    "Die nächsten sind HUK und Signal."

    Dann fangen Sie an und labern nicht!


    "Hallo Mr.Verfasser:schlechte Nachrichten lassen sich besser verkaufen als gute!!"

    blabla


    "Denken Sie,dass Sie die Auflage des Handelsblatt dadurch erhöhen!Oder bekommen Sie jetzt mehr Provision?"

    Sie sind doch der Provisionsempfänger als Vertreter!

    "Schönen Tag noch!!!Ach noch was:"

    Was jetzt Verabschiedung ohne Abgang? Alzheimer?


    "die Debeka hat die Bafin,die Staatsanwaltschaft und die KPMG selbst informiert,um alles überprüfen zu lassen!!!!!!"

    Den Blödsinn lassen Sie sich besser nochmals durch den Kopf gehen, auch was Sie mit dieser Feststellung erreichen möchten ausser Peinlichkeiten...

    PS: Der Mörder hat seine Tat gestanden und ist jetzt ein ehrenwerter Edelmann?

    cui bono?


    ps: Ich dachte mir schon lange, dass bei der DEBEKA die Mehrzahl der Mitarbeiter Ihr Kaliber haben... peinsam für eine ganze Branche... Soviel Unwissen subsummiert in einem Individum....

  • Das Verdrehen der Tatsachen und das Herauslesen nicht geschriebener Behauptungen scheint Ihr Lebenselexier zu sein... Leider dennoch unzutreffend, lesen Sie genau und fabulieren Sie nicht wild um sich wie es in ihre Phantasie und Wunschvorstellung passt...

    DIE FORDERUNG NACH DER SÄGE IM DEBEKA-VORSTAND BLEIBT, DIE "UNTERNEHMENSKULTUR", HAT SICH ZUM SUMPF ENTWICKELT UND IST IN EINEM RECHTSSTAAT NICHT HALTBAR!


    WEG MIT IHM UND SEINESGLEICHEN WEG!

  • @angela-wendehals

    Ihre Einleitung ist definitiv falsch im Bezug auf den DEBEKA-Vorgang. Damit auch Sie Ihren begangenen Fehler erkennen können (so Sie dass denn überhaupt wollen und hier nicht gedenken die Leserschaft zu täuschen), stellen Sie sich folgende Fragen, um einer treffenden rechtlichen Einschätzung näher zu kommen, so Sie hierzu grundsätzlich in der Lage sind:

    a) Es geht nicht um den Kauf "irgendwelcher" Informationen
    b) Beamte im Dienst mit pekuniären Angeboten zum Verrat an Kollegen anzuködern ist ein strafbares Delikt!
    c) Der Kauf und der Versuch verstoßen gegen gültige Gesetze u.a. (BDSG, BBG, UWG, StGB)
    d) Wenn Sie es bis hierhin immer noch nicht kapiert haben sollten: Stellen Sie sich die Frage, warum Sie ihr nächstes Auto bei keinem Händler mehr günstiger bekommen wie in der Vergangenheit.... Könnte es sein, dass IHr pers. Autohändler Ihre Daten ins Netz gestellt hat und dafür Geld oder andere Vorteile erhalten hat? Es stört Sie dass andere Ihre pers. Kaufneigung und ein paar pers. Daten neben Geb.-Datum, Geburtsname, Name, Vorname, Vergütungsstufe und anderer Daten erhalten haben? Warum? Es ist doch normal dass Wirtschaftsunternehmen Daten kaufen...

    Sie sehen, Sie haben sich mit Ihrem Beitrag ins eigene Bein geschossen... Aber: Sie haben hierzu auch Talent!

    Freundlichst
    Ihr
    Vollstrecker

  • Nun nachdem das System DEBEKA von Bestechung & Co. heimgesucht wurde, wäre es an der Zeit die Kavallerie nach Koblenz zu schicken mit der BaFiN auf dem Beifahrersitz.

    Ich wünsche mir die Zerschlagung solcher Unternehmen egal ob Bank oder Versicherung und Verteilung der Kunden-verträge auf die unauffälligen seriösen Markteilnehmer.

    Das System DEBEKA war mir immer suspekt, die Verteilungsmechanismen der Adressen von Beamtenanwärtern, werfen ein bezeichnendes Licht auf die Vorwürfe...

    Der DEBEKA-Vorstand möge geschlossen
    z u r ü c k t r e t e n - und zwar sofort um so größeren Image-Schaden vom Unternehmen fernzuhalten!

    Seine Personalie ist unhaltbar geworden...

    Es grüßt ein Marktteilnehmer der viele Einbußen hinnehmen musste, gerade weil die DEBEKA sich unentwegt einen unlautere Marktvorteil auf unrechtmäßigen Wege erkauft hat und systematisch die Markteilnehmer aus dem Beamten-Markt gedrängt hat. Ich bitte die Ermittlungsbehörden, auch hinsichtlich UWG - unlauterer Wettbewerb - und nicht nur wegen des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu ermitteln. Dazu bitte ich alle Amtsvorsteher deren Ämter / Vertrauensleute mitgemischt haben, schonungslos aufzuklären.

    Wer "Wissen" darüber zurückhält oder unterschlägt, möge aus dem aktiven Dienst entfernt werden. (Dienstvergehen / Bestechung / Vorteilsnahme) also eklatante Versösse gegen das BBG und StGB und UWG.

    Herr Staatsanwalt in Koblenz
    ermitteln Sie - vielen Dank!

    BaFiN Herr Sancho ermitteln Sie!
    vielen Dank!

    Wettbewerbszentrale ermitteln Sie!
    vielen Dank!

    Kunden wie kamt Ihr zu diesem Verein?
    Bitte teilen Sie diesen unlauteren Weg in allen Einzelheiten der Staatsanwaltschaft als auch der BaFiN mit, damit eine optimale schnelle und effziente Ermittlung die Folge ist!

    Dazu liebe DEBEKA l.D.-Kunden: ihr habt es in der Hand ob neue Beamtenanwärter und deren pers. Daten genauso verkauft werden wir die Euren! Reisst dieses System auseinander!

    Gabriele T.

  • @Saubermann "Sie sind durchaus listig, aber nicht klug"

    Ihr Name ist leider nicht Programm, Ihr Vorgehen durchschaubar und Ihre Absicht himmelschreiend offenkundig! Der Versuch als gescheitert anzusehen...

    Sie haben kein rhetorisches Talent ihre List zu verpacken!




    @Boxerin
    Ist der Name Programm?
    Dann haben Sie wohl zu oft den Kopf hingehalten. Es ist immer dasselbe. Keine Ahnung über die wahren Zusammenhänge, aber vorverurteilen. Sie werden sehen, dass am Ende des Tages alles ein Sturm im Wasserglas war und sollte sich herausstellen aus welcher Ecke dieser "Skandal" lanciert wurde, wird man noch dazu erkennen, dass dies eine gelenkte Aktion war (nach amerikanischem Vorbild - 9/11 lässt grüßen).

  • Da haben Sie beide denn och RECHT!

    ALLE GESELLSCHAFTEN DIE SO ARBEITEN, MÜSSEN SCHON ALLEINE AUS VERZERRENDER WETTBEWERBSRECHTLICHER SICHT MIND. GELDSTRAFEN IN MILLIONENHÖHE BEKOMMEN. DIE ERLÖSE WÄREN BEIM VEBRAUCHERSCHUTZ GUT ANGLEGET...

    DASS SICH SOLCHE "herren" VORSTAND NENNEN, IST BEZEICHNEND FÜR DIESE CLIQUE VON SELBSTBEREICHERERN UND ABZOCKERN, DIE GELTENDE GESETZE IGNORIEREN UM BONIS EINSTTREICHEN ZU KÖNNEN (ähnlich der BANKEN-VORSTÄNDE z.B. 25 Mio für "Joe" den Kanzlerinnenberater im Bundeskanzleramt...)

    Übrigens weiss ich von Verstrickungen der Bayerischen Beamtenkrankenkasse (BBKK AG nähe Haar bei MUC) zur Bayerische Versicherungskammer (VKB) gehörend die auch regelmäßig in den "AMTSSTUBEN" vorstellig war... hier erhalten noch heute bestimmte Agenturen aus dunklen Kanälen "Adresslisten" von Beamtenanwärtern...

    Übrigens auch von der "Bereitschaftspolizei"! Auch hier bekam man keinen Fuss in die Kaserne, weil nur bestimmte "Vertreter" Zutritt hatten so wie bei dere Bundeswehr nur der CONTINENTALE-Mann Einlass hatte nach Dienstschluss, Soldaten auf den Unterkünften aufzusuchen... Übrigens, hat die DVAG auch Dienstgrade angeködert und diese zum Abschluss im Dienst animiert...

    Ich kann nicht behaupten dass Gelder geflossen sind, jedoch bekamen Mitstreiter am Markt keinen Fuss in die Amtstüre... ob dies "pekuniären Vorteilen" geschuldet war, bleibt abzuwarten....

    Freundlichst
    Kammerjäger

  • Es ist schon eine bodenlose Frechheit,was für eine Macht die Medien haben.Man sollte wissen,dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Debeka lange Zeit krank war und aus Frust und Unzufriedenheit der Debeka jetzt Schaden zufügen will.Die einzigen die sich zu Wort melden,sind Grün und Rot.Ein Schelm,wer dabei an die Bürgerversicherung denkt.Die nächsten sind HUK und Signal.Hallo Mr.Verfasser:schlechte Nachrichten lassen sich besser verkaufen als gute!!Denken Sie,dass Sie die Auflage des Handelsblatt dadurch erhöhen!Oder bekommen Sie jetzt mehr Provision?Schönen Tag noch!!!Ach noch was:die Debeka hat die Bafin,die Staatsanwaltschaft und die KPMG selbst informiert,um alles überprüfen zu lassen!!!!!!

  • @Boxerin
    Ist der Name Programm?
    Dann haben Sie wohl zu oft den Kopf hingehalten. Es ist immer dasselbe. Keine Ahnung über die wahren Zusammenhänge, aber vorverurteilen. Sie werden sehen, dass am Ende des Tages alles ein Sturm im Wasserglas war und sollte sich herausstellen aus welcher Ecke dieser "Skandal" lanciert wurde, wird man noch dazu erkennen, dass dies eine gelenkte Aktion war (nach amerikanischem Vorbild - 9/11 lässt grüßen).

  • @BullaLullaTrerarum59 (das sagt eigentlich schon alles)

    Wenn Sie im normalen Leben genauso dumm labern, möchte ich nicht Sie sein.

  • Richtig, doch das ist dann das Problem des jeweiligen Beamten. Oder soll das ebenfalls der Versicherung zur Last gelegt werden?

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