Datenkauf
Steuer-CDs bringen dem Fiskus 1,8 Milliarden Euro ein

Gutes Geschäft: Der Ankauf von CDs mit Daten von Bankkunden in Liechtenstein und der Schweiz hat sich für den Bund offenbar gelohnt. Einem Medienbericht nach kann der Fiskus mit 1,8 Milliarden Euro an Nachzahlungen rechnen.
  • 17

HB BERLIN. Der umstrittene Ankauf von CDs mit Daten von Bankkunden in Liechtenstein und der Schweiz spült einem Magazinbericht zufolge rund 1,8 Milliarden Euro in die klammen deutschen Staatskassen. Insgesamt könnten die Finanzämter mit Nachzahlungen in dieser Höhe von Deutschen rechnen, die ihre Kapitalerträge von Konten in diesen Ländern bislang undeklariert ließen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf noch nicht veröffentlichte Berechnungen der Steuerschätzung. 1,6 Milliarden Euro fielen noch in diesem Jahr an, 200 Millionen im nächsten.

Nach Expertenschätzungen haben Bundesbürger im Ausland 250 bis 300 Milliarden Euro an Anlagen und Kapitalerträgen angesammelt, die nicht versteuert wurden. Davon entfallen angeblich rund 100 Milliarden Euro auf die letzten zehn Jahre, unterliegen also noch nicht der Verjährung und könnten im Prinzip noch besteuert werden.

Der Ankauf von Steuer-CDs hat eine Selbstanzeigen-Flut von Steuersündern ausgelöst, die die Aufdeckung von Steuerdelikten fürchten. Bei Selbstanzeigen können Steuersünder allerdings wohl nicht mehr lange darauf bauen, weitgehend ungeschoren davonzukommen. Nach einem Anfang Dezember vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf soll nur noch dann Straffreiheit gewährt werden, wenn die Steuersünder den Fiskus lückenlos über ihre steuerlichen Angelegenheiten informieren. Dies müssen sie zudem gemacht haben, bevor die Steuerbehörden Prüfungen angekündigt haben.

Kommentare zu " Datenkauf: Steuer-CDs bringen dem Fiskus 1,8 Milliarden Euro ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 1,6 Milliarden von 100 macht 1,6% ! Wie wäre es mit angemessenen 30%? Damit könnte man wenigstens den Schaden den die Commerzbank verursacht hat halbwegs decken.
    Und wo wir gerade dabei sind: Welcher Politiker fragt nach, wie in den letzten 10 Jahren 100 Milliarden privates Vermögen beiseite geschafft werden konnte, wie das mit der Personalpolitik zusammenhängt und warum wir keine Vermögenssteuer einführen um unser Gesundheitswesen, bildungswesen und Versorgung mit Wärme, Wasser, Energie, Kommunikation und öffentlichen Nahverkehr zu stützen?

  • Jau...
    ... und der Staat, das heisst die Polizei, stellt alle verdeckten Ermittlungen wegen Raub oder Mord ein, das verstösst ja gegen das "Persönlichkeitsrecht".
    So meint ihr es doch, wenn ihr den Ankauf der CDs als Hehlerei bezeichnet.

    - Unrecht begehen immer nur die anderen.

  • Vermerk: in bezug auf Kauf von Daten gegen Geld ist hier ein Kommentar von mir gelöscht worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%