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20.08.2008 
Medienbericht

Datenschutz-Skandal: „Spitze des Eisbergs“

In Deutschland sind Datenschützern zufolge die Adressen aller Bürger für Marketingzwecke und Verkaufsakquisen im Umlauf.

Insbesondere Call-Center nutzen sensible Daten. Foto: dpa.Lupe

Insbesondere Call-Center nutzen sensible Daten. Foto: dpa.

HB BERLIN. Derzeit vagabundierten illegal "etwa zehn bis zwanzig Millionen Kontodaten", sagte der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD), Thilo Weichert, der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch.

Sie würden vor allem von Call Centern zunehmend für dubiose Geschäftspraktiken genutzt. Die sensiblen Daten würden insbesondere beim Telefonverkauf, bei Glücksspielen und Preisausschreiben sowie bei Verkaufsbörsen im Internet abgeschöpft.

Bei der Aufdeckung des Skandals um den millionenfachen Handel mit teilweise gestohlenen Daten stehen die Behörden Weichert zufolge erst am Anfang. "Wir sehen jetzt immer mehr von der Spitze des Eisbergs", sagte Weichert der Zeitung.

Für den innenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, ist der Datenmissbrauch vor allem ein Problem der Privatwirtschaft. "Big Brother lauert eher in der Privatwirtschaft als bei Vater Staat", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

"Der Staat ist sauber, Teile der Privatwirtschaft leider überhaupt nicht." Es gebe akuten Handlungsbedarf. "Der Stellenwert des Datenschutzes muss deutlich vergrößert werden. Wenn nötig, wird es auch gesetzliche Änderungen geben."

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