Dautzenberg-Rücktritt
CDU verliert wichtigen Finanzpolitiker an die Wirtschaft

Der personelle Aderlass in der CDU geht weiter. Nachdem bekannt wurde, dass der saarländische Ministerpräsident Peter Müller im nächsten Jahr die Politik verlässt, um ans Bundesverfassungsgericht zu wecheln, folgt nun die nächste schlechte Nachricht für Angela Merkel: Die Unions-Fraktion im Bundestag verliert ihren finanzpolitischen Sprecher.
  • 6

HB BERLIN/ESSEN. Der finanzpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Leo Dautzenberg, scheidet aus der Politik aus und wird Lobbyist beim Essener Industriekonzern Evonik. Der 60-Jährige CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen legt bereits zum 31. Dezember seine Funktion als finanzpolitischer Sprecher nieder und Ende Januar dann sein Bundestagsmandat, wie er am Montag mitteilte. Dautzenberg war drei Jahrzehnte politisch aktiv, zuerst als Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen und zuletzt im Bundestag.

Dautzenberg tritt die Nachfolge des 66-jährigen Wilhelm Schmidt an, der zum Jahresende altersbedingt ausscheidet. Evonik hat rund 39 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von rund 13,1 Milliarden Euro. Kerngeschäft ist die Spezialchemie. Zudem ist Evonik nach eigenen Angaben Experte für Stromerzeugung aus Steinkohle und erneuerbare Energien sowie eine der größten privaten Wohnungsgesellschaften in Deutschland.

Dautzenberg erklärte: „Als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens sowie als selbständiger Unternehmensberater habe ich stets einen Blick für wirtschaftliche Zusammenhänge bewahrt.“ Sein offizieller Titel bei Evonik ist Leiter der Konzern-Abteilung Public Affairs und Bevollmächtigter des Vorstands.

Für Dautzenberg (Wahlkreis Heinsberg) rückt von der nordrhein-westfälischen CDU-Landesliste Cajus Julius Caesar (59) in den Bundestag nach. Dieses Glück hatte Caesar schon einmal: 2007 nahm er den Platz von Reinhard Göhner ein, der sich auf seinen Job als Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA konzentrierte. 2009 verfehlte Caesar bei der Bundestagswahl ein Mandat.



Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) soll Bundesverfassungsrichter in Karlsruhe werden. Darauf hat sich die Union mit Vertretern der Opposition verständigt. Das bestätigten Koalitionskreise am Freitag in Berlin. Der 55 Jahre alte Müller soll im Herbst nächsten Jahres den Verfassungsrichter Udo di Fabio (56) ersetzen. Müller sagte dem Nachrichtensender n-tv: „Es gibt überhaupt keine Veranlassung, irgendwie Stellung zu nehmen.“

Seite 1:

CDU verliert wichtigen Finanzpolitiker an die Wirtschaft

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Dautzenberg-Rücktritt: CDU verliert wichtigen Finanzpolitiker an die Wirtschaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Diese Scheindemokratie (auf die wir lt. Merkel nicht mal auf immer und ewig Anspruch haben), diese verlogene Politik - ist eigentlich nicht mehr auszuhalten!!! Wutbürger war ein passendes Wort. Wann kommt die Steigerung dessen????

    Wieso kommt Müller ans bundesverfassungsgericht?
    Wir sollten unsere Verfassungsrichter selbst wählen können.
    Wie unabhängig können Verfassungsrichter sein, wenn sie aus den Parteien kommen???
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Sketche darüber schreiben.

  • Mal abgesehen davon, ob einem die Politker die gegangen sind/gegangen wurden oder die jetzt noch gehen, sympatisch waren/sind oder nicht, aber was um Gottes Willen ist in der CDU los?
    Verlassen die Ratten das sinkende Schiff?
    Denn es ist ja ausschließlich die Altersgruppe wit über 50, also die Leute aus der alten CDU.
    Merken sie, dass es die CDU quasi nicht mehr gibt?
    Wemm dem so ist, dann ist es aber ein Stück feige, einfach zu gehen, anstatt endlich die SED-FDJ-Trulla vom Hof zu jagen.

  • Guten Tag,.... Dass Oettinger aufgrund seiner Sprachkenntnisse nach bruessel ging liegt auf der Hand. Dass Koch, dessen Narbengesicht keiner mehr ertragen konnte kaueflich war und ist, wussten wir auch. Der krankhafte buerokrat Stoiber stottert ein mal im Monat in bruessel herum um die buerokratie abzubauen, Herr Mueller hat eine " Jamaika Qualition " in der es von Korruption nur so scheppert. Jedoch EiNE sollte endlich verschwinden und hinter den Herd zurueckkehren;...." Die Mutter aller Aufschwuenge und intrigen. Die " Teflon-Kanzlerin". Die Luft waere nachher reiner und das Volk um eine " tief betroffene " Luegnerin aermer. besten Dank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%