DDR-Geschichte
Bis zu 30.000 Zwangsarbeiter jährlich

Rund 102 Millionen Euro hat die DDR zuletzt im Jahr mit Waren umgesetzt, die Häftlinge hergestellt haben. Jedes Jahr mussten bis zu 30.000 politische Häftlinge Zwangsarbeit leisten, so eine neue Studie.
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BerlinIn der DDR wurden jedes Jahr zwischen 15.000 und 30.000 Häftlinge als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, am Montag in Berlin vorstellte. Anweisungen, politische Gefangene schlechter als Kriminelle zu behandeln, gab es demnach nicht. Es gebe aber Hinweise, dass sie für besonders unangenehme Aufgaben eingesetzt und benachteiligt wurden.

Die Arbeit von Häftlingen habe eine wichtige wirtschaftliche Rolle gespielt, da sie in Bereichen eingesetzt wurden, für die kaum zivile Arbeiter gefunden wurden – „etwa weil sie schlecht entlohnt wurden oder besonders gefährlich waren“, sagte Wissenschaftler Jan Philipp Wölbern vom Potsdamer Zentrum für zeithistorische Forschung. Die Arbeitsbedingungen seien schlechter als die ziviler Arbeiter gewesen, der Arbeitsschutz war mangelhaft.

Die Aufarbeitung der Zwangsarbeit politischer Häftlinge war erst Ende 2012 in Gang gekommen. Damals hatte der schwedische Möbelkonzern Ikea eingeräumt, seit den 80er Jahren vom Einsatz politischer Häftlinge für seine Möbelproduktion gewusst zu haben. Nach Schätzungen der Stasi-Unterlagen-Behörde wurden in den 80er Jahren mindestens 200 Millionen D-Mark (gut 102 Millionen Euro) jährlich mit Waren umgesetzt, die allein auf der Arbeit von Häftlingen beruhten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DDR-Geschichte: Bis zu 30.000 Zwangsarbeiter jährlich"

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  • Ich fand es trotzdem gut, dass Verbrecher in der DDR arbeiten mussten.
    Mörder beispielsweise mussten Gleisjoche für die Bahn zusammenstellen.

    Würde einem Steuerhinterzieher von sagen wir mal 28Mio auch gut tun, wenn er seine Schulden so selbst abarbeiten würde!

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