"DDR-Geschichte ist noch nicht abgeschlossen"
Tiefensee für Entschädigung von SED-Opfern

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich am Jahrestag des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 für eine Entschädigung der SED-Opfer ausgesprochen.

HB BERLIN. „Wir wollen die Opfer der SED-Diktatur, die schwere seelische und physische Verletzungen erlitten haben, sowohl materiell als auch politisch stärker unterstützen“, sagte Tiefensee am Samstag bei der traditionellen Feierstunde auf dem Friedhof Seestraße in Berlin.

„Das ist ein Beitrag gegen jegliche Form von Geschichtsklitterung, die insbesondere frühere Stasi-Offiziere gerade versuchen“, sagte Tiefensee. „Ich will mich im Blick auf die neuen Länder dafür einsetzen, dass angemessen entschädigt wird und dass dies schnell entschieden wird.“ Dafür wolle er eine entsprechende Initiative starten. „Unser Ziel ist, dass wir möglichst bald gemeinsam zu Verbesserungen für die SED-Opfer kommen.“ Union und SPD hatten sich bereits in ihrer Koalitionsvereinbarung darauf verständigt, mehr für die Opfer der DDR-Diktatur zu tun.

Tiefensee betonte, die DDR-Geschichte dürfe nicht als abgeschlossene Vergangenheit behandelt werden: „Das Aufbegehren gegen die Diktatur zählt zu den guten Kapiteln der deutschen Geschichte.“ Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) fügte hinzu: „Wir lassen es nicht zu, dass alte Stützen des Regimes die Opfer der Diktatur verhöhnen.“ An der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin nahmen rund 100 Menschen teil, darunter auch Angehörige einiger SED-Opfer. Bei dem Aufstand vor 53 Jahren hatten in der ganzen DDR mehr als eine Million Menschen für Demokratie und Freiheit demonstriert. Nach jüngsten Forschungsergebnissen starben dabei mindestens 55 Menschen.

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