De-Maizière-Pläne: Deutsche Soldaten sollen auch für andere Länder in den Krieg ziehen

De-Maizière-Pläne
Deutsche Soldaten sollen auch für andere Länder in den Krieg ziehen

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat noch einmal die Notwendigkeit der Vereinfachung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr betont. Diese müssten künftig auch fernab nationaler Interessen möglich sein.
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DresdenVerteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat sein Konzept zum Umbau der Bundeswehr verteidigt, das eine Senkung der Hürden für Auslandseinsätze vorsieht. Der CDU-Politiker bekräftigte am Freitagabend auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden, dass eine Beteiligung an internationalen Missionen nicht mehr nur nach nationalen Kriterien entschieden werden dürfe.

„Für ein wichtiges Land in der Welt, das seinen Wohlstand aus der Welt und mit dem Handel der Welt verdient, erwächst auch eine internationale Verpflichtung, gegebenenfalls ohne die Suche nach nationalen Interessen internationale Verantwortung unter Einschluss auch von Soldaten zu übernehmen“, sagte der Minister.

Auf einer Podiumsdiskussion zur ethischen Legitimation von Krieg verteidigte de Maizière Militäreinsätze als äußerstes Mittel gegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. „Sich zurückzuhalten und in der Zuschauerrolle zu bleiben ist manchmal das Gegenteil von verantwortungsvollem Verhalten.“ Andererseits könnten gegen eine humanitäre Intervention auch praktische Gründe sprechen wie etwa die Kosten, die Abwägung der Gefahr, die Beteiligung Dritter und das Ansehen Deutschlands in einer bestimmten Region der Welt. „Natürlich ist Krieg das Scheitern von Politik“, räumte der Minister ein. Selbst im Falle von Krieg müssten aber politische Bemühungen weitergehen, dies werde oft vergessen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, warnte davor, einer militärischen Konfliktlösung den Vorzug zu geben, weil sie schnell und einfach erscheine. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dürfe nicht alleine eine Militärintervention legitimieren, forderte Schneider. Die Machtverhältnisse im Sicherheitsrat seien unausgewogen und einzelne Länder verfolgten möglicherweise auch eigene Interessen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Werte Frau hören sie bitte auf mit ihren andauernden Anschuldigungen. Es ist egal wo die BW eingesetzt wird in einer Welt ist jeder irgendwo gezwungen zu Überleben, gerne nehme ich ihnen ihre Angst das DE es noch mal gestatt ist irgendwo den Eroberer herraushängen zu lassen, dieser Staat kann als Fussvolk bestenfalls an der Seite von wem auch immer hilfsarbeiten zuarbeiten verrichten mehr ist nicht drin. Das weiss die Regierung und wer sich halbwegs in der Rüstung auskennt weiss das es ein leichtes ist DE in der position zu belassen. Gründet Parteien sie werden den selben weg nehmen wie die Grünen Schwertern zu Pflugscharen so ein Quatsch. Wie gesagt die Amrikaner sind da ehrlicher. Europa hat dort auch versucht die Unabhängigkeit zu verhindern nun ist es halt umgekehrt.

  • Danke für den Tip.
    Als kleines Dankeschön folgender Link:
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    Lassen Sie sich nicht durch die ersten Minuten irritieren, es wird richtig spannend und informativ und paßt zum Thema.

    MfG
    biggerB

  • Und wenn es dem Wohlstand von "Die Miesere" dient führen wir auch wieder den Sklaven handel wieder ein oder was? Warum zieht dieser Mann nicht seinen Anzug aus und verteidigt unsere Freiheit nicht durch seinenpersönlichen Einsatz von Gesundheit und Leben in Afghanistan oder Lybien? Ach so, da sollen doch lieber die Armen dummen Soldaten sterben? Wenn Politiker selber jedesmal in den Krieg ziehen müssten dann gäbe es binnen einer Sekunde nie wieder Krieg.

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