Deal könnte innerhalb weniger Tage am Markt platziert werden
Wie der Verkauf von Forderungen funktioniert

Investmentbanken halten den von Finanzminister Eichel geplanten Forderungsverkauf in Milliardenhöhe für machbar.

HB FRANKFURT. Ein solcher Deal könnte innerhalb weniger Tage strukturiert und am Markt platziert werden, heißt es. Der Bund plant, Forderungen an Telekom und Post für künftige Beamtenpensionen im Wert von heute 18 Mrd. Euro bis 2090 teilweise schon 2005 zu Geld zu machen. Gut platzierbar seien Pakete bis 6 Mrd. Euro.

So geht’s: Bei einer derartigen Transaktion übertragen etwa Staaten Forderungen auf eine Zweckgesellschaft die sie als Sicherheit für Anleihen nutzt, so genannte Verbriefung. In der Fachsprache heißen diese Spezialbonds auch Asset Backed Securities (ABS). ABS-Transaktionen etwa für Maut- oder Lotterieeinnahmen haben in Europa bereits Italien und Portugal gemacht. Eichels ABS-Pläne treffen zurzeit auf eine starke Nachfrage von Investoren wie Banken, Fonds.

Maximal machbar: Eine rechtliche Laufzeit des Bonds bis zum Jahr 2090 stelle kein Hindernis dar, betont eine Bankerin, wenn der Bund sich ein Kündigungsrecht etwa nach zehn Jahren einräumen lasse. Zehn Jahre Laufzeit gelten momentan als das maximal Machbare. Aktuell wird der ABS-Markt zu 89 Prozent von variabel verzinslichen Anleihen dominiert. Allerdings halten Experten auch ein festverzinsliches Wertpapier für möglich. Bei der Verzinsung, die der Bund bezahlen muss, erwarten Banker deutlich über vier Prozent. Zum Vergleich: Derzeit werden zehnjährige Bundesanleihen mit gut 3,90 Prozent verzinst. Die Banken erhoffen sich bei der forderungsbesicherten Anleihe Gebühren über rund ein Prozent des Volumens, also 60 bis 80 Mill. Euro.

Gute Nachfrage: In Zeiten niedriger Zinsen ist die Nachfrage nach ABS-Anleihen besonders groß. In Europa gab es in diesem Jahr Neuemissionen von 166 Mrd. Euro. Drei Viertel der Emissionen bekommt von den Ratingagenturen die Bestnote „AAA“. cü/rob

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