Debatte gefordert
Steinmeier offen für schärfere Waffengesetze

Angesichts des Amoklaufs von Winnenden hat sich der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für eine breite Debatte über die Verschärfung von Waffengesetzen ausgesprochen. Gleichzeitig warnte er aber vor zuviel Aktionismus.

HB BERLIN. Wenn man die Hintergründe der Tat besser kenne, müsse man darüber ohne Scheuklappen diskutieren, sagte Steinmeier der "Berliner Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe). Die Politik sollte allerdings nicht durch täglich neue Vorschläge den Eindruck erwecken, dass "wir nur an ein paar Gesetzen schrauben müssen, um eine Wiederholung ein für alle mal auszuschließen", sagte der Außenminister. Er bezog das auf den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in Privathaushalten unangemeldet Waffenkontrollen zu machen. Steinmeier sagte: "Ob das tatsächlich praktikabel und bis zu Ende durchdacht ist, müssen Fachleute beurteilen."

Gleichwohl müsse sich die Politik fragen, ob strengere Vorschriften oder Kontrollen zur Aufbewahrung von Waffen nötig seien. "Brauchen wir nicht schnell ein zentrales Waffenregister?", fragte Steinmeier. Der Gesetzgeber dürfe sich seiner Verantwortung nicht entziehen.

Die Erziehung der Kinder könne der Staat aber nicht leisten. Eine zentrale Rolle spielten die Eltern, wenn sie ihr Kind frühzeitig an den Umgang mit Waffen gewöhnten oder gewaltverherrlichende Computerspiele erlaubten, sagte er.

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