„Debatte typisch deutsch“
Zuwanderungsdiskussion geht in nächste Runde

Das Thema Zuwanderung von Fachkräften beschäftigt auch zum Jahresschluss die Gemüter. Der deutsche Beamtenbund bezeichnete die Debatte nun als „typisch deutsch“ und spricht sich für mehr ausländische Arbeitnehmer aus. Die CSU bekräftigt ihre gegenteilige Position – und die Liberalien rühren die Werbetrommel.
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HB BERLIN. Der Beamtenbund hat sich für eine einfachere Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer ausgesprochen, um so dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Wir brauchen Zuwanderer, die die beruflichen Lücken füllen, die wir in Deutschland haben“, sagte Verbandschef Peter Heesen der Nachrichtenagentur dpa. Ähnlich äußerte sich erneut das FDP-geführte Bundeswirtschaftsministerium. In der CSU hält der Widerstand dagegen jedoch an.

Beamtenbund-Chef Hessen kritisierte die politische Debatte über das beste Zuwanderungssystem als „typisch deutsch“. Man müsse „mutiger“ vorangehen. „Ich halte nichts davon, dass wir immer wieder über die Verfahren diskutieren“, sagte der dbb-Chef. Die Debatte dürfe nicht von der Sorge geprägt sein, dass ausländische Fachkräfte die deutsche Kultur negativ beeinflussen könnten. Er verstehe auch die Haltung Bayerns in der Zuwanderungsdebatte nicht, sagte Heesen.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte das Konfliktthema im Dezember vertagt, weil sie sich nicht einigen konnte. Die FDP ist für ein Punktesystem. Zudem will sie die Mindesteinkommensgrenze, ab der qualifizierte Ausländer auch dann in Deutschland arbeiten dürfen, wenn es für ihren Job geeignete Deutsche oder EU-Bürger gibt, von 66 000 Euro auf 40 000 Euro senken.

Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium will dafür bei den ablehnenden Koalitionspartnern CDU und CSU 2011 weiter werben, wie der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Wirtschaftsstaatssekretär Ernst Burgbacher (FDP), der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag) sagte. „Gerade der Mittelstand ist auf eine gezielte Zuwanderung angewiesen, kann aber im Vergleich zur Großindustrie oft nicht die Spitzenlöhne zahlen.“

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  • finde ich auch, die Menschen sollen nicht auswandern, die Arbeit sollte zu den Menschen transferiert werden.
    Wer lebt schon gerne in einem fremden Land, in dem er außerdem nicht willkommen ist!
    Der idiotische Nationalismus ist dran Schuld. Wir haben uns ein paar Tausendjahre mit den Religionen geplagt, jetzt wo die Religionsfrage unbedeutend geworden ist, plagen wir uns mit den Nationalismus. Homo-sapiens!

  • finde ich auch, die Menschen sollen nicht auswandern, die Arbeit sollte zu den Menschen transferiert werden.
    Wer lebt schon gerne in einem fremden Land, in dem außerdem nicht willkommen ist!
    Der idiotische Nationalismus ist dran Schuld. Wir haben ein paar Tausend Jahre mit der Religionen geplagt und jetzt wo wir die Religionsfragen unbedeutend geworden sind, haben wir uns den Nationalismus am bein gebunden. Homo-sapiens!

  • Kann mir jemand erklären wieso der beamtenbund sich als zuständig für die Zuwanderung von Fachkräfte hält?

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