Debatte über DIW-Vorschlag
„Wenn schon Zwangsanleihe, dann bitte zinslos"

Mit dem Vorschlag, zur Haushaltssanierung von Krisenländern stärker reiche Bürger heranzuziehen, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bei Facebook und Twitter kontroverse Diskussionen ausgelöst.
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Drehen hier langsam alle durch?“, fragt ein Nutzer mit dem Namen „Reitschüler Pete“ auf der Facebook-Fanpage des Handesblatt. „Ist schon wieder der 1. April?“, zeigt sich Tina Barth ungläubig. Und Thomas Schmidt schließt sich an: „Was haben denn die 'reicheren' Bürger Europas mit der Misswirtschaft in Griechenland zu tun?!

Heiko Lehmann ist der Meinung, es gebe „eine einfachere Lösung“: Man solle einfach die Eurozone auflösen. Timo Nölle hält dagegen: Wer behaupte, dass die Eurozone am besten aufgelöst werden solle, der habe „Tomaten auf den Augen“. „Wir Deutschen haben als Exportnation das größte Interesse daran, dass der Euro fortbesteht bei dem Wert, den er hat.“

Und Florian Roth schreibt:So ein Unsinn. Haben Sie schon mal gesehen, wer hier in Deutschland die Steuerlast erbringt? Die oberen 20% - also die Reichen - zahlen fast 70% der gesamten Einkommenssteuer der Bundesrepublik. Die weniger wohlhabende Hälfte unserer Bevölkerung zahlt gerade mal 7,5% der gesamten Einkommenssteuereinnahmen des Bundes.“ Das sei ungeheuer fair.

Unter anderem unter dem Hashtag #Zwangsanleihe hat sich bei Twitter eine angeregte Diskussion über den DIW-Vorschlag entwickelt. Nutzer @hruodberaht wendet sich in seinem Tweet direkt an das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung: „Liebes DIW, wenn schon #Zwangsanleihe, dann ja wohl bitte zinslos. Warum sollte der Staat den reichen Gläubigern nachher noch mehr schulden?“ @bresciaroma722 erwägt gar, Deutschland den Rücken zuzukehren, um der Krise (und dem DIW) zu entfliehen: „Überlege mir einen Umzug nach Vaduz... Dort müssten man vor Enteignungen doch relativ sicher sein.“

@weltsichtig macht sich ganz andere Gedanken. Der Twitter-Nutzer bemerkt ironisch: „Millionen Einfamilienhaus-Besitzer rennen freudig auf die Straße, weil sie eben erfahren haben, dass sie 'reich' sind.“ @Schuldensuehner kritisiert, bei dem DIW-Vorschlag bleibe die Demokratie auf der Strecke. Und @7stringwizard fragt: „Warum sollen eigentlich (reiche) Privatbürger dem Staat helfen und nicht Banken, Hedgefonds und andere Finanzzocker?“

Auch die Community bei Handelsblatt Online treibt das Thema Zwangsanleihe um: „Bis zu Zwangshypotheken für Immobilieneigentümer ist es nicht mehr weit. Wann kommen die Kapitalverkehrsbeschränkungen?“, fragt der Nutzer Thomas-Melber-Stuttgart. Wolfgang Press hingegen bewertet den Vorschlag des DIW durchaus positiv: Gerade in Italien sei das „machbar“. Zudem seien Zwangsanleihen keine Enteignung, sondern würden verzinst und zurückgezahlt. 

#Zwangsanleihe bei Twitter

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Debatte über DIW-Vorschlag: „Wenn schon Zwangsanleihe, dann bitte zinslos""

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  • Wir brauchen keine Zwangsanleihe, sondern Politiker die ihren Auftrag erfüllen und nicht mit dem Geld des Steuerzahlers, ohne bisherigen Erfolg experimentieren.
    Die Ungeheuerlichkeit ist, dass Merkel durch Vertragsbruch die Eurokrise losgetreten hat und nun weder ein Eingeständnis zugibt noch einen Ausweg aus ihrer verhängnisvollen Politik weiß!
    Nur durch Zielsetzung, und nicht mit Politik ohne die Folgen einigermaßen zu kennen, hat mit Adenauer beginnend, der Wohlstand sich eingestellt, den Merkel nun mit sozialisierter Zwangssolidarität verschleudert!

  • • Das Desaster ist vollendet, wenn den Banken nicht sofort ein Stopp gesetzt wird
    Lesen Sie lesen sie lesen sie lesen sie
    Der Ökonomiker fasst in diesen Tagen alle wichtigen Ereignisse der letzten Jahre zusammen.
    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html
    ht http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.htmltp://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-300-sinn-lich-okonomenstreit.html
    Hier der Originaltext des ESM
    http://www.freiewelt.net/blog-3321/der-vertragsentwurf-zur-transferunion-ist-%F6ffentlich%28%21%29---ziel-ist-die-beendigung-staatlicher-haushaltssouver%E4nit%E4t.html
    Bitte kucken Sie das Video auf youtube: Wie funktioniert Geld:
    http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
    Hier der Originaltext des ESM
    http://www.freiewelt.net/blog-3321/der-vertragsentwurf-zur-transferunion-ist-%F6ffentlich%28%21%29---ziel-ist-die-beendigung-staatlicher-haushaltssouver%E4nit%E4t.html
    http://farid.hajji.name/blog/2012/07/02/stupid-german-money-for-europe/1
    Den Politikern und Bankern ist das Volk vollkommen egal!
    Meine Aufforderung an alle : KEINE WEITEREN GELDER VERSCHWENDEN!!!!! UND GEHIRN EINSCHALTEN!!!
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/v_detail_tab_comments/6827318.html?pageNumber=2&commentSort=debate
    http://www.mehr-demokratie.de/ können Sie Vollmacht erteilen, damit eine weitere Verfassungsklage angestrebt wird.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/horror-szenario-unternehmer-warnen-vor-dem-euro-kollaps/6870188.html
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schuldenabbau-cdu-ministerpraesident-will-zwangsanleihe-fuer-reiche-deutsche/6871498.html
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:libor-skandal-ba-fin-beraumt-sonderpruefung-bei-deutscher-bank-an/70060295.html
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/6827318.htm1

  • RasGer
    ....denn vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand.
    Das gilt vielleicht auf hoher See, aber vor Gericht befinden wir uns in Willkür und skrupelloser Verlogenheit!

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