Debatte über Euro-Austritt
Vizekanzler Rösler bringt Griechen-Premier in Rage

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EZB als Retter in der Not?

US-Ökonom Krugman betont zwar in seinem Blog auch, dass er nicht der Ansicht sei, dass Griechenland im Euro gehalten werden solle, doch letztlich sei es „schwer“ zu sagen, wie das funktionieren könne. Wer in Europa behaupte, dass ein griechischer Euro-Ausstieg „leicht kontrolliert“ werden könne, sei ein Träumer. Denn sobald  sich zeige, dass der Euro nicht zwingend nötig sei für ein Mitglied des Währungsraums, würden dass auch Investoren und gewöhnliche Bankkunden in anderen Euro-Ländern nicht unbeeindruckt lassen. „Schockieren würde mich dann eher, wenn ein Griechen-Exit nicht zu großen Bank-Abhebungen in der ganzen europäischen Peripherie führen würde“, so Krugman. In der Folge würde seiner Einschätzung nach die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen sein, einzugreifen, um ähnliche Entwicklungen in Ländern wie Spanien oder Italien zu verhindern. „Sind die Deutschen schon so weit, das zu sehen?“, fragt der Ökonom.

Wie Krugman warnte auch der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, vor den Ansteckungsgefahren eines Euro-Austritts Griechenlands für andere Länder. "Meine Befürchtungen gelten nicht so sehr isoliert einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion", sagte Franz der "Süddeutschen Zeitung". Dieser wäre "für sich genommen trotz einiger Risiken insgesamt gesehen wohl beherrschbar". "Die Frage ist vielmehr, ob die Situation ebenso beherrschbar ist, wenn diese Austrittsdiskussion auf Spanien und Italien übergreift". Die Ansteckungsgefahr sei "das entscheidende Risiko", betonte Franz.
"Es ist abzusehen, dass an den Finanzmärkten sofort spekuliert würde, wer denen der nächste Kandidat für einen Austritt sein wird", sagte Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Regierung berät. "Dann treten wir eine Lawine los, die für die Währungsunion gefährlich werden kann."

Einem Eingreifen der EZB als "Retter in der Not" steht der Wirtschaftsweise ablehnend gegenüber. Für ihn wäre es eine "Todsünde", wenn eine Zentralbank die Staatsschulden finanziere. Auch Euro-Bonds hält er für keinen erfolgversprechenden Weg aus der Krise. Als Lösungsinstrument empfahl Franz erneut den Vorschlag des Sachverständigenrates, einen Schuldentilgungsfonds der Euro-Länder einzuführen. Er teilte dabei nicht die Haltung von Kanzlerin Angela Merkel, die dagegen rechtliche Bedenken hegt.

Kommentare zu " Debatte über Euro-Austritt: Vizekanzler Rösler bringt Griechen-Premier in Rage"

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  • @ hanwufu

    ...Bilderberger, da streift jemand das das Verschwörungsland ...

    Definition des Begriffs Verschwörung: "Eine Verschwörung (Lehnübersetzung von lat. coniuratio; auch: Konspiration) ist eine heimliche Verbündung mit dem Zweck, einen Plan auszuführen, der ein selbstsüchtiges, verwerfliches Ziel verfolgt und dessen Umsetzung zum Schaden anderer geschieht oder der die Beseitigung tatsächlicher oder vermeintlicher Missstände anstrebt. Eine Verschwörung beruht also nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch stets auf Täuschung."

    Bilderberg tagt seit Jahnzehnten im geheimen ,will Misstände beseitigen (was da auch immer genau heißen mag)und täuscht über die wahren Absichten (gibt sich als "Kaffeekränzchen" aus - somit sind die Bilderberger definitiv eine verschwörerische Gruppierung.

    Und mit "Aussitzen" hat das gar nichts zu tun. Was die Politik macht, ist strigent, sie verfolgt die Ziele der internationalen Elite, wobei wir dann wieder bei Bilderberg wären.

    ..und: Es heißt "ausgesessen", bitte..

  • Der Kerl da unten in Athen soll endlich zusehen, dass er seinen Laden in Ordnung bekommt. Was hat der denn bisher geleistet? Nichts und nochmals nicht?

    Das was ich begrüße ist, dass endlich mal einer aus der Bundesregierung so halbwegs klar sagt was das da unten für ein.....Volk ist, dass auf die kein Verlass ist, dass die raus müssen aus dem Euro. Wie lange wollen wir es uns noch gefallen lassen, dass uns solche Typen auf der Nase herum tanzen.

    Griechenland und Simbabwe z.B. passen sehr, sehr gut zusammen.

  • @ Pandora

    du bist einer von den wenigen die hier kritisch aber auch mit etwas Hintergrundwissen and die Sache herangehst. (nicht dass ich hier besser bin).

    Leider sind die meisten hier von den verschiedenen Medien geleitet und spiegeln wieder was sie am Tag zuvor gelesen haben ohne zu wissen, dass es auch andere Aspekte gibt. Diese andere Aspekte muss man halt im Internet suchen aber man begnuegt sich mit dem leichten "Futter".

    Ich gebe Dir recht was den Euro Betrifft und dass Rot-Gruen das beschlossen hat. Griechenland war damals nicht bereit fuer den Euro Eintritt so wie auch Irland, Portugal, Spanien und eventuell Italien.
    Man ist der Sache zu schnell angegangen.

    Deutschland hat aber all diese Jahre mit den exporten an diese Laender EXTREM profitiert . Ausserdem ist Deutschland teilweise auch an der Krise in Europa beteiligt indem sie ihre Politik in erster Stelle auf Gewinnmaximierung getrimmt hat (was auch Legitim ist)ohne jedoch auf die Konsequenzen und die Folgen dieser Politik zu achten.
    Des weiterm hat Angie (Merkel) mit Schaueble, Westerwelle, zu spaet auf die Krise reagiert und auch nicht auf die Bemuehungen und Ratschlaege von Junker (Luxenbourg)Acht gegeben.

    Du wirst sehen das 2014 die Krise langsam auch nach Deutschland rueber kommen wird und die ersten Anzeichen kamen gestern von Moody's.
    60% der Exporte von Deutschland gehen in den Euroraum und Eurolaendern.
    Leider kommt Angela als Physikerin vom ehemaligen Osten ohne Politischen und Europaeischen Hintergrund bzw. Wissen.
    Leider gibt es in Europa im Moment keinen fuehrenden und visionaeren Politiker mit grossem Gewicht. Der einstige der nocht evetuell noch uebrig geblieben ist, ist eventuell Junker.

    Mal sehen wo alles hinfuehrt.

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