Debatte über Euro-Austritt
Vizekanzler Rösler bringt Griechen-Premier in Rage

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"Rösler spielt mit dem Feuer"

Das Moody’s-Urteil sei zudem eine „Bankrotterklärung“ für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel. Schäuble habe es versäumt, „endlich vernünftig zu regulieren, dass ein Urteil einer Ratingagentur in einer heiklen Zeit keine so großen krisenverschärfenden Auswirkungen haben darf“, sagte Schneider. Und er habe versäumt, die Banken robust und krisenfest zu machen. „Jetzt rächt sich, dass die deutsche Bankenabgabe à la Schäuble ein Witz ist. Die Bankenbranche schonen und die Krise lösen, beides geht eben nicht.“

Harsche Kritik an Rösler äußerten auch die Grünen. Die Aussage des  Wirtschaftsministers, ein Euro-Austritt hätte seinen Schrecken verloren,  sei „politisch naiv und beschädigt das Bild Deutschlands als verlässlichen Partner in Europa“, sagte der europapolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Manuel Sarrazin, Handelsblatt Online.

„Gleichzeitig spielt Rösler mit dem Feuer.“ Es sei „absurd“, einen Euro-Austritt  als Mitglied der Bundesregierung geradezu herbeizureden, während der Bundestag Milliardenhilfen beschließe um die Kapitalflucht aus einigen Euro-Staaten zu stoppen. „Rösler sorgt für zusätzliche Verunsicherung und Destabilisierung: Mit der FDP in der Bundesregierung  kann vom Stabilitätsanker Deutschland keine Rede mehr sein“, sagte Sarrazin.

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold erklärt, die Einlassungen des Vize-Kanzlers und des Generalsekretärs der FDP, Patrick Döring, der sich ebenfalls für einen Euro-Austritt Griechenlands stark gemacht hatte, erwiesen Spanien und Italien einen Bärendienst. „Ob und auf welcher Grundlage Griechenland Hilfen erhält, entscheidet der Bundestag auf der Grundlage des Troika-Berichts“, unterstrich Giegold im Gespräch mit Handelsblatt Online. Ob Griechenland den Euro behalte, entschieden zudem die Griechen selbst. „Alles Gerede der Regierung macht die Krise für alle nur schlimmer und teurer.“

FDP-General Döring griff in Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin scharf an. Trittin habe bereits mehrfach betont, wie stolz er darauf sei, dass die Ministerpräsidenten Italiens und Spaniens dank der Grünen und der SPD ihre Interessen gegen Deutschland haben durchsetzen können. „Es ist unbegreiflich, mit welchem Eifer die Opposition an einer Vergemeinschaftung der Schulden in Europa arbeitet“, sagte der FDP-Politiker. „Wenn es nach SPD und Grünen geht, kann das Geld gar nicht schnell genug fließen. Das ist schlicht ein Verrat an den deutschen Steuerzahlern.“

Entscheidend sei vielmehr, auch für Europa,  dass in dieser Krise die Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht überstrapaziert werde. „Vor nichts anderem warnen die Ratingagenturen und warnen auch wir Liberale“, sagte Döring. „Und deshalb warnen wir vor SPD und Grünen.“

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Debatte über Euro-Austritt: Vizekanzler Rösler bringt Griechen-Premier in Rage"

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  • @ hanwufu

    ...Bilderberger, da streift jemand das das Verschwörungsland ...

    Definition des Begriffs Verschwörung: "Eine Verschwörung (Lehnübersetzung von lat. coniuratio; auch: Konspiration) ist eine heimliche Verbündung mit dem Zweck, einen Plan auszuführen, der ein selbstsüchtiges, verwerfliches Ziel verfolgt und dessen Umsetzung zum Schaden anderer geschieht oder der die Beseitigung tatsächlicher oder vermeintlicher Missstände anstrebt. Eine Verschwörung beruht also nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch stets auf Täuschung."

    Bilderberg tagt seit Jahnzehnten im geheimen ,will Misstände beseitigen (was da auch immer genau heißen mag)und täuscht über die wahren Absichten (gibt sich als "Kaffeekränzchen" aus - somit sind die Bilderberger definitiv eine verschwörerische Gruppierung.

    Und mit "Aussitzen" hat das gar nichts zu tun. Was die Politik macht, ist strigent, sie verfolgt die Ziele der internationalen Elite, wobei wir dann wieder bei Bilderberg wären.

    ..und: Es heißt "ausgesessen", bitte..

  • Der Kerl da unten in Athen soll endlich zusehen, dass er seinen Laden in Ordnung bekommt. Was hat der denn bisher geleistet? Nichts und nochmals nicht?

    Das was ich begrüße ist, dass endlich mal einer aus der Bundesregierung so halbwegs klar sagt was das da unten für ein.....Volk ist, dass auf die kein Verlass ist, dass die raus müssen aus dem Euro. Wie lange wollen wir es uns noch gefallen lassen, dass uns solche Typen auf der Nase herum tanzen.

    Griechenland und Simbabwe z.B. passen sehr, sehr gut zusammen.

  • @ Pandora

    du bist einer von den wenigen die hier kritisch aber auch mit etwas Hintergrundwissen and die Sache herangehst. (nicht dass ich hier besser bin).

    Leider sind die meisten hier von den verschiedenen Medien geleitet und spiegeln wieder was sie am Tag zuvor gelesen haben ohne zu wissen, dass es auch andere Aspekte gibt. Diese andere Aspekte muss man halt im Internet suchen aber man begnuegt sich mit dem leichten "Futter".

    Ich gebe Dir recht was den Euro Betrifft und dass Rot-Gruen das beschlossen hat. Griechenland war damals nicht bereit fuer den Euro Eintritt so wie auch Irland, Portugal, Spanien und eventuell Italien.
    Man ist der Sache zu schnell angegangen.

    Deutschland hat aber all diese Jahre mit den exporten an diese Laender EXTREM profitiert . Ausserdem ist Deutschland teilweise auch an der Krise in Europa beteiligt indem sie ihre Politik in erster Stelle auf Gewinnmaximierung getrimmt hat (was auch Legitim ist)ohne jedoch auf die Konsequenzen und die Folgen dieser Politik zu achten.
    Des weiterm hat Angie (Merkel) mit Schaueble, Westerwelle, zu spaet auf die Krise reagiert und auch nicht auf die Bemuehungen und Ratschlaege von Junker (Luxenbourg)Acht gegeben.

    Du wirst sehen das 2014 die Krise langsam auch nach Deutschland rueber kommen wird und die ersten Anzeichen kamen gestern von Moody's.
    60% der Exporte von Deutschland gehen in den Euroraum und Eurolaendern.
    Leider kommt Angela als Physikerin vom ehemaligen Osten ohne Politischen und Europaeischen Hintergrund bzw. Wissen.
    Leider gibt es in Europa im Moment keinen fuehrenden und visionaeren Politiker mit grossem Gewicht. Der einstige der nocht evetuell noch uebrig geblieben ist, ist eventuell Junker.

    Mal sehen wo alles hinfuehrt.

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