Debatte um Atomausstieg
Westerwelle und Schmoldt setzen auf AKWs

Die Debatte um den Atomausstieg gewinnt wieder an Dynamik. Der Parteivorsitzende der FDP, Guido Westerwelle, schloss sich der Forderung von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) an, die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern.

HB HAMBURG/HANNOVER. In der "Bild"-Zeitung sagte Westerwelle: "Wir sollten die Laufzeit von bestehenden sicheren deutschen Kernkraftwerken nicht vorzeitig beenden, sondern wieder verlängern.“ Dann müsse nicht so viel Kohle und Öl verbraucht werden.

Auch der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, hat den Atomausstieg auf lange Sicht in Frage gestellt. Gegenwärtig gebe es zwar keinen Grund, den Ausstieg neu zu debattieren, „aber politische Beschlüsse sind auch keine Ewigkeitsentscheidungen“, sagte Schmoldt der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ . Der Ausstieg sei „ein Beschluss auf der Grundlage der gegenwärtigen Technikgeneration“. Neue Technologien müssten künftig in die Überlegungen zum Energiemix einbezogen werden. Schmoldt verwies darauf, dass Siemens und Framatome eine neue Reaktorgeneration entwickelten, bei der Unfälle keine Auswirkungen auf die Außenwelt haben sollten. „Wer ein solches Produkt international glaubwürdig vermarkten will, muss dafür auch im eigenen Land Chancen haben“, sagte der Chef der Gewerkschaft, die einen Teil der Beschäftigten der Atomindustrie vertritt. Die Politik müsse die Reaktorforschung unterstützen.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Christian Ströbele, sprach sich indes für autofreie Wochenenden aus. In der "Bild"-Zeitung regte Ströbele an: „Wir sollten über autofreie Wochenenden nachdenken.“

Die Zeitung „Die Welt“ berichtete am Donnerstag, die bayerische CSU-Landesregierung unter Ministerpräsident Edmund Stoiber wolle „notfalls“ neue Kernkraftwerke bauen. Führende CSU-Politiker sagten dazu, die Frage sei derzeit nicht aktuell. Sie bekräftigten aber die Forderung, den 2001 von Rot-Grün beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie zurückzunehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%