Debatte um Familienbild
CSU will Hausfrauen nicht vergessen

In der Union wird weiter über den von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) geforderten Ausbau der Kinderbetreuung gestritten. Die CSU verlangt von ihrer Schwesterpartei „eine Rückbesinnung auf den Kern konservativer Politik“ – und lobt die Hausfrauen.

HB BERLIN. „Rechts von uns darf kein politisches Vakuum entstehen“, warnte CSU-Generalsekretär Markus Söder im Magazin „Focus“. Dabei müssten CDU und CSU geschlossen als „Hüter des konservativen Tafelsilbers“ auftreten und vor allem in der Familienpolitik ihre Kernklientel nicht ausschließen. Söder betonte: „Nicht nur die Karriere-, auch die Hausfrau, die sich bewusst für die Erziehung der Kinder entscheidet, braucht ihre Heimat in der Union.“

Die CSU grenzt sich damit weiter vom Familienbild der CDU-Spitze ab und setzt ihre Angriffe auf Ressortchefin Ursula von der Leyen fort. Der Anwärter auf den CSU-Parteivorsitz, Erwin Huber, warnte die Familienministerin am Freitag, die Förderung berufstätiger Mütter in den Mittelpunkt zu rücken. „Die CSU betrachtet die Familienpolitik nicht als Unterabteilung der Arbeitsmarktpolitik.“

Bundesfamilienmisterin Ursula von der Leyen will die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahre bis 2013 auf rund 750 000 verdreifachen. Dann könnten bundesweit etwa 35 Prozent der Kinder in Kitas oder von Tagesmüttern betreut werden. Derzeit gibt es in den neuen Ländern für etwa jedes dritte Kleinkind einen Betreuungsangebot. Im Westen liegt das Angebot dagegen teilweise nur bei etwa drei Prozent. Die Zusatzkosten bezifferte die Ministerin auf jährlich drei Milliarden Euro.

Von der Leyen lässt sich nach Aussage ihrer Sprecherin Iris Bethge von der Kritik aus den eigenen Reihen nicht einschüchtern. Es gebe keinen Grund, von ihrer Ausbauforderung abzuweichen, sagte sie der „Berliner Zeitung“. Die Ministerin freue sich darüber, wie intensiv das Thema derzeit in ihrer Partei diskutiert werde.

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Von ihrer eigenen Partei erfährt von der Leyen indes immer mehr Unterstützung für ihre Pläne. Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) sagte dem „Tagesspiegel“: „Die CDU muss akzeptieren, dass die meisten jungen Paare Arbeit und Familie wollen.“ Die Union müsse ihr Familienbild den Realitäten anpassen und zur Kenntnis nehmen, dass sich „die Lebensentwürfe junger Frauen und Männer verändert haben“.

Auch Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sprach von „vernünftigen Vorschlägen“ von der Leyens. Gerade durch ein zusätzliches Angebot an Krippenplätzen könne die Wahlfreiheit zwischen reiner Hausfrauenrolle und Berufstätigkeit erhöht werden, sagte er dem Sender N24.

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