Debatte um Freihandelsabkommen

CDU will jetzt bei TTIP mehr Profil zeigen

Zuletzt drohte die CDU in puncto Thesen und Gesetzesvorstöße in der Koalition einfach unterzugehen. Nun will sie sich auf Kernkompetenzen besinnen. Bei der Debatte um das Abkommen TTIP soll die Profilarbeit beginnen.
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Er will seine Partei wieder erkennbar machen: CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Quelle: dpa

Er will seine Partei wieder erkennbar machen: CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Union will die Debatte um das Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) dazu nutzen, um ihr wirtschaftspolitisches Profil zu schärfen.

„Nachdem wir uns in den letzten Monaten vor allem um sozialpolitische Themen gekümmert haben, sind jetzt wieder verstärkt Wirtschaftsthemen dran“, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber dem Handelsblatt (Montagausgabe). Es gehe darum, „weiter für ein gutes Umfeld für Wachstum und Beschäftigung zu sorgen. Dafür ist das Freihandelsabkommen ein wichtiger Baustein, der der Wirtschaft und damit auch den Menschen nutzt“, sagte Tauber.


Um Überzeugungsarbeit zu leisten, hat die CDU eine breit angelegte Kampagne auf den Weg gebracht und den Parteigliederungen Broschüren und Flugblätter an die Hand gegeben. „Wir wollen unseren Mitgliedern Argumentationshilfen geben, weil in der Debatte über das Freihandelsabkommen bewusst Ängste geschürt und die Vorteile für Verbraucher und Unternehmen nicht wahrgenommen werden“, sagte Tauber.
So wirbt die Partei damit, dass eine Durchschnittsfamilie über das Freihandelsabkommen „etwa 545 Euro Zusatzeinkommen im Jahr“ zur Verfügung hat. Mit dem Abkommen, dass die CDU als „Brücke in die Zukunft“ bezeichnet, würden Zölle entfallen und der Handel günstiger werden. Zudem würden etliche Arbeitsplätze in Europa entstehen, allein „bis zu 200.000“ in Deutschland.

  • dhs
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12 Kommentare zu "Debatte um Freihandelsabkommen: CDU will jetzt bei TTIP mehr Profil zeigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Freihandelssklaverei ab, gut so. Die Regierung wird vom Volk gewählt, die Regierung handelt jedoch zum wiederholten Male gegen die Meinung der eigenen Bevölkerung. Warum gehen wir eigentlich noch zur Wahl?

  • Diese von der EU erbrachte optimistische Schätzung (mehr ist es nicht) von 545 Euro pro Jahr für eine vierköpfige Familie - d.h. 11,35 Euro pro Person pro Monat – ist, wie auch das prognostizierte Wirtschaftswachstum von <0,05% in ein schlechter Witz, wenn man bedenkt was dadurch aufgegeben wird (siehe derzeitiger CETA-Vertag). Keine Antworten geben die Heilsversprecher, wie Merkel & Co, welche Schichten der EU-Gesellschaft von diesen 545 Euro profitieren. Schaut man die Freihandelsabkommen der USA mit anderen Ländern an, stehen die Gewinner und Verlier schon fest.
    Verlierer: Die kleinbäuerliche Landwirtschaft mit deren Artenvielfalt und Tierhaltung, kleine Läden, der Verbraucher und die Demokratie.
    Gewinner: Die großen Konzerne wie Monsato, Nestle und Amazon….
    Z.B. Wie z.B. in Kolumbien: Dort hat man viele neue Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum versprochen: Ergebnis nach vier Jahren: Der Import aus USA ist um 62% gestiegen, der Export in den USA ist um 12% gefallen. Viele Bauern knappern derzeit am Existenzminimum.
    Mit diesem Abkommen verkaufen wir unsere Werte, Kultur und Demokratie und machen die Beine breit für den Kapitalismus in Reinstform.

  • VER Pitter
    whrend unsere Politiker diesen Eid sprechen, ist er schon ein Meineid.
    Seit Merkel regiert, wurde noch nie auch nur einen Tag Politik für Deutschland gemacht.
    Dieses Freihandelsabkommen ist drart verloegen, hinter vrschlossenen Türenm, wo gibt es denn wo etwas?

  • sehr schön, dass die Union nun endlich wieder mehr auf den Wirtschaftsflügel eingeht. Damit bedient man auch die Interessen der Liberalen und nimmt der AfD etwas Luft. Gleichfalls bedroht dieser Schwänk die Erholung der FDP.
    Was das TTIP angeht, so sehe ich auch viel zu viel unberechtigte Panikmache. Würden sich die Leute mehr unformieren, statt auf emotionale Art und Weise die Behauptungen von Globalisierungsgegnern aufzunehmen. Könnten viele Leute ihre Nerven schonen. In diesem Fall wird sich nicht derjenige durchsetzten der wieder mal am lautesten Schreit. Dafür ist dieses Vorhaben zu wichtig.

  • Dank an das HB Online für diesen Aetikel ohne Schnörkel.

    Aus den Aussagen von Herrn Tauber ist deutlich ersichtlich, daß die CDU sich schon positioniert hat. Dies muß dem deutschen Michel nun, schmackhaft gemacht, verkauft werden. Dieser versuchte Verkauf schreckt auch vor Lügen nicht zurück.
    Die Wettbewerbsfähigkeit Eurpas soll erhöht werden, allerdings nur gegenüber Kanada und USA. Mit allen daranhängenden Kröten. Es wird zu Mindereinnahmen der ohnehin schon insollventen Staaten im Zollbereich führen.

    Die Aushebelung meiner demokratischen Grundrechte will die CDU mit 545,-€ erkaufen. von diesem Geld sehen ich nicht einen Cent.

    Sowas finde ich abstoßend.

    Trotzdem einen schönen Tag noch.

  • TTIP steht für die Aufgabe unseres Rechtssystems. Nicht mehr ein ordentliches Gericht entscheidet, sondern eine Jury verdonnert den Staat zu Milliarden-Strafen. Demokratie, Sozialsysteme und althergebrachte Werte-Systeme werden für das Freihandelsabkommen zu Geschichte. Mit liberalen Märkten und freiem Warenverkehr hat das nur am Rande zu tun! Der Hinweis auf 545 zusätzliche Euronen ist ein Witz!

  • Der Hinweis auf zusätzlichen Wohlstand für „tatsächlich breite Bevölkerungsschichten“ ist nach allen Erfahrungen mit solchen Abkommen nichts anderes als eine Lüge. Mit diesem Abkommen wird die Demokratie und Rechtsstaat ausgehebelt.

  • ich dachte immer, dass unsere Politiker einen Eid abgelegt haben, zum Wohle der BRD zu arbeiten. Glaub ich nicht mehr. Nachdem man hört, was Inhalt dieser Verhandlungen ist, denke ich, wir werden als Bürger komplett verarscht. Mittlerweile habe ich dass Gefühl, dass nur noch die Großkonzerne für unsere Gesetze zuständig sind. Alles eine Preisfrage ? Jobs für ehemalige Politiker in der Wirtschaft gibt es ja genug und Parteispenden fließen auch ordentlich. Nachdem wir jetzt schon von den Junkers und Draghis enteignet werden, sieht es so aus, als wenn wir nach einem solchen "Frei"-handelsabkommen komplett zur Bananenrepublik verkommen. Zeit andere Parteien zu wählen ??

  • FREIHANDELSKOMMEN
    .................
    ..
    Verhandlungen unter Ausschluß der Öffentlichkeit
    und ohne notwendige Fachkentnisse der Politiker.
    ..

  • "CDU will jetzt bei TTIP mehr Profil zeigen

    Bei der Debatte um das Abkommen TTIP soll die Profilarbeit beginnen."

    Nicht zu fassen, auf welche Ideen die CDU kommt? Informieren sich Politiker denn nie? Und nachher behaupten sie, "alternativlos" gehandelt zu haben. Wer sich nicht informiert hat nie eine Alternative.

    Typen, die also "alternativlos" handeln, gehören aus dem Bundestag entfernt. Die Namen derer sind im Protokoll des Bundestages namentlich festgehalten. Wenn nicht durchgegriffen wird, kann man nicht erwarten, dass sich was ändert. Weshalb haben die gleichen Typen den Mumm bei Hartz-VI-ler durchzugreifen und in eigenen Reihen machen sie die 3 Affen.

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