Debatte um gefährliche Zusatzstoffe
Philip Morris will Zigaretten ohne Giftstoffe

Der „Marlboro“-Hersteller Philip Morris zeigt sich von der Diskussion um gefährliche Zusatzstoffe in Zigaretten unbeeindruckt. Im Gegenteil: Der Deutschland-Chef des Konzerns erklärte, er stehe voll hinter dem Vorstoß von Verbraucherministerin Künast - und kündigte erste Maßnahmen an.

HB HAMBURG. „Wir unterstützen, dass Ministerin (Renate) Künast weitere Untersuchungen in Auftrag geben will. Wenn sich ergibt, dass ein Zusatzstoff die Gefahren des Rauchens erhöht, sollte er verboten werden", sagte Gerrit de Bruin der „Bild“-Zeitung. Der Geschäftsführer des Unternehmens betonte zugleich, dass alle Stoffe, die Philip Morris beimengt, „sorgfältig geprüft“ würden. Die Bundesregierung werde bereits seit Jahren über diese Stoffe informiert.

Der Top-Manager der Zigarettenindustrie sprach sich zugleich vehement gegen ein generelles Verbot von Zusatzstoffen aus: „Erstens würde jede Zigarette gleich und damit langweilig schmecken.“ Die Folge wäre, dass die meisten Marken kaputtgehen und vom Markt verschwinden würden, sagte de Bruin weiter „Zweitens macht Rauchen auch dann süchtig und verursacht schwere Krankheiten. Drittens würde die Zigarette auseinander fallen, weil auch in Papier, Filter und Leim Zusatzstoffe sind.“

Das von einigen Politikern geforderte Verkaufsverbot für Zigaretten bezeichnete de Bruin als „absurd“. Der Unternehmenschef warnte zudem vor den Gefahren des Tabakkonsums: „Jeder sollte wissen, dass jede Zigarette schädlich ist.“ Es gebe einfach keine „sichere Zigarette“.

Unterdessen forderten die Grünen höhere Abgaben auf Feinschnitt und Steckzigaretten. Die Steuerbelastung für Drehtabak solle ebenso hoch sein wie für normale Zigaretten, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Höfken, der „Berliner Zeitung“. „Feinschnitt und Steckzigaretten niedriger zu besteuern ist inkonsequent und führt zu Umgehungstatbeständen. Wir sollten hier gleichziehen.“

Nach dem geltenden Gesetz soll die dritte Stufe der Tabaksteuererhöhung zum 1. September in Kraft treten; Zigaretten sollen dann um 1,2 Cent pro Stück teurer werden. Die Steuern auf Feinschnitt und Steckzigaretten dagegen sollen niedriger bleiben.

Nach der Steuererhöhung zu Jahresbeginn war der Absatz von Drehtabak im ersten Quartal um fast 45 Prozent auf etwa 7500 Tonnen gestiegen, während der Verkauf der höher besteuerten Zigaretten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal um 23 Prozent auf knapp 24 Milliarden Stück einbrach.

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