Debatte um Kanzlergehalt: Steinbrück wollte Sparkassen-Chef werden

Debatte um Kanzlergehalt
Steinbrück wollte Sparkassen-Chef werden

Mit dem Vergleich zwischen dem Kanzlergehalt und dem eines Sparkassen-Chefs hat Peer Steinbrück für viel Wirbel gesorgt. Einem Medienbericht zufolge soll Steinbrück versucht haben, selbst Sparkassen-Präsident zu werden.
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BerlinPeer Steinbrück lässt sich nicht beirren: Trotz des verheerenden Echos bleibt der SPD-Kanzlerkandidat bei seiner Kritik, dass der deutsche Regierungschef zu niedrig bezahlt wird. Das hätten er und auch andere schon viele Male zuvor gesagt und dazu stehe er auch, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Diese Wahrheit werde ich nicht verschweigen, auch nicht als Kanzlerkandidat.“

Zugleich stellte der Ex-Finanzminister klar, dass er nicht gefordert habe, das Kanzlergehalt von knapp 17.000 Euro monatlich plus Zuschlägen zu erhöhen. Er habe lediglich die Meinung vertreten, dass Kanzler im Vergleich zu Führungspersonen in der Wirtschaft eher gering bezahlt sind. Er wolle auch in Zukunft nicht nur laut aussprechen, was opportun erscheint, sagte Steinbrück. „Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage.“

Gleichwohl räumte der Sozialdemokrat ein, dass seine Äußerung bei Geringverdienern missverstanden werden könnte. „Natürlich kann man davon gut leben“, sagte Steinbrück. Vor allem aus der Perspektive einer allein erziehenden Frau mit 1.000 Euro monatlich.

Den Schluss, er selbst wünsche sich ein höheres Einkommen, wenn er Kanzler werden sollte, wehrte Steinbrück entschieden ab. „Das ist wirklich Unfug“, sagte er. Wem die Entlohnung nicht reiche, der sollte sich nicht bewerben.

Vertreter der Sparkassen kritisierten Steinbrücks Vergleich. „Wir halten diese Diskussion für überflüssig. Herr Steinbrück muss sich entscheiden - die Fakten liegen ja auf dem Tisch -, ob er sich als Bundeskanzler oder als Sparkassendirektor bewerben will“, teilte der Deutschen Sparkassen- und Giroverband der „FAS“ in einer Stellungnahme mit.

Pikant ist, dass Steinbrück vor fast 15 Jahren offenbar selbst einmal Sparkassen-Chef werden wollte. Nach Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bewarb sich Steinbrück im August 1998 informell darum, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten.Der Posten war demnach damals mit 400.000 Mark dotiert, mehr als die Ministerpräsidentin Heide Simonis verdiente.

Jedoch sei seine Kandidatur von seiner eigenen Partei hintertrieben worden. Simonis unterstützte den Flensburger Oberbürgermeister und SPD-Mann Olaf Cord Dielewicz, der von der Verbandsversammlung mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde.

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Kommentare zu " Debatte um Kanzlergehalt: Steinbrück wollte Sparkassen-Chef werden"

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  • Er wollte Sparkassenchef werden, Müllmann hätte besser gepasst.

  • @Waldbesitzer
    1. Bei der Überschrift hat der Druckfehlerteufel die Hand geführt, der Autor sollte schreiben: Steinbrück "S"ollte
    Sparkassen-Chef werden. Denn dann wäre die Diskussion vom Tisch.
    2. Sie haben den "Schröder-Effekt" vergessen: Gas-Gerd hat als Kanzler die Basis geschaffen, um nach seiner Regierungszeit an die grosse Kohle zu kommen. Steinbrück weiß das genau und ist sicher clever genug, dies mit ins Kalkül einzubeziehen.
    3. Meiner Meinung nach verdient die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland allen Neidhammeln, die es zu nichts gebracht haben, zum Trotz, deutlich zu wenig. Bei

  • siehe unterahlb von: Bettina Wulff läßt sich ihr Ehegattinnengehalt von den Steuern der Nutten bezahlen die damit das Gehalt ihres Mannes finanzieren.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/umbau-der-familienfoerderung-spd-will-ehegattensplitting-abschaffen/v_detail_tab_comments/7592976.html?commentSort=chrono

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