Kommenden Sonntag wollen die Hamburger Grünen bei einer Mitgliederversammlung entscheiden, ob sie das von der Parteiführung empfohlene Bündnis mit der CDU eingehen werden. Einen Tag später will der CDU-Landesausschuss darüber befinden.
SPD-Chef Kurt Beck übte an den schwarz-grünen Bündnis-Absichten scharfe Kritik. „Ich glaube, dass ist eine Art zusammengeschusterter Koalition, die, wenn sie von anderen gemacht worden wäre, heftig kritisiert würde“, sagte er am Wochenende in Kassel. Kompromisse zu Lasten junger Menschen seien mit Industriefeindlichkeit gepaart worden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verurteilte die Hamburger Koalitionsvereinbarung auch energie- und umweltpolitisch als „fatal“. Den Grünen warf Beck vor, der SPD in den Rücken gefallen zu sein und ihre eigenen Grundsätze verraten zu haben.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast konterte nach Vorabbericht des Berliner „Tagesspiegel“: „Der Mann sollte mal bis zehn zählen und eine Tasse Tee trinken. Beck hat wohl nicht verkraftet, dass die Grünen eigenständig sind und nicht die Kinder der SPD.“
Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi begrüßte Schwarz-Grün als „gute Kombination“. Die Hamburger Koalition sei das Ergebnis einer ganz normalen politischen Entwicklung, sagte der SPD-Politiker der „Welt am Sonntag“.

