Debattenkultur in Deutschland
Hurra, der Homo Politicus lebt!

Ob im Verein, in der Kneipe oder zu Hause: Überall sprechen die Bürger über die Flüchtlingskrise. Das ist erfreulich. Der politische Wettbewerb funktioniert – wenn ein Thema ins Zentrum rückt, das die Menschen betrifft.
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BerlinDeutschland debattiert. Die Deutschen reden über ihr Land, wie sie miteinander leben wollen, vor allem mit wem. Sie gucken genau hin, was in ihrer Nachbarschaft passiert, diskutieren im Sportverein, in der Kneipe und zu Hause am Esstisch – der Flüchtlingskrise sei Dank. Und sie zeigen öffentlich, dass sie eine Meinung haben. Trotz aller Unkenrufe nach Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit: Es gibt ihn noch, den Homo Politicus.

36 Prozent, so lautet das wenig erfreuliche Ergebnis von Forsa für die CDU und CSU in diesen Tagen. Von der 2013 in greifbarer Nähe scheinenden absoluten Mehrheit ist nichts mehr geblieben. Die Botschaft ist eindeutig: Die Wähler erwarten, dass die Regierung Probleme löst und nicht täglich einräumt, dass sie nichts im Griff hat.

Das Gefühl jedenfalls verbreiten nicht wenige Bundestagsabgeordnete der Union in ihren Wahlkreisen wie auch in der Fraktion – und vor allem aber CSU-Chef Seehofer. Der schreit wie ein Kind im Sandkasten, dem seine Schaufel abhandengekommen ist, schmeißt mit Sand Richtung Kanzlerin Angela Merkel und Österreichs Kanzler Werner Faymann. Selbst treue Unionsanhänger kratzen sich verwundert am Kopf und geben in den Umfragen zu Protokoll, sich nach Alternativen umzuschauen: der AfD – oder gar den Liberalen.

Die neue Bewegung in den Umfragen sollte jeden freuen, der sich in den vergangenen Jahren um die Zukunft der Parteien und der Demokratie gesorgt hat. Der politische Wettbewerb funktioniert – wenn ein Thema ins Zentrum rückt, das die Menschen betrifft.

Es zeigt sich, dass selbst eine Kanzlerin Merkel nicht sakrosankt ist. Das hatte noch im Sommer so mancher Sozialdemokrat gedacht, weshalb schon von einem Putsch gegen Parteichef Gabriel die Rede war, anstatt die SPD endlich inhaltlich besser zu positionieren.

Stattdessen regiert sie zwar fleißig mit, profiliert sich aber nicht und dümpelt bei rund 25 Prozent herum – selbst in der Flüchtlingskrise. Wie würden sich die Genossen über die 36 Prozent der Union freuen und schon die Posten im Kanzleramt verteilen. Die Ankündigung von Parteichef Gabriel, 2017 als Spitzenkandidat antreten zu wollen, wird allein nicht helfen.

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Populistische Forderungen helfen niemandem

Kommentare zu " Debattenkultur in Deutschland: Hurra, der Homo Politicus lebt!"

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  • @ Herr Ingo Tietz

    >> Ja, für hochqualifizierte, akademisch gebildete Erwerbstätige ist D das Paradies, für den großen Rest der Nichtakademiker bleibt nur die prekär entlohnte „Dienstleistungsgesellschaft“ übrig.>>

    Diese Zeiten sind bereits nach der Wende schon lange VORBEI !

    Den Hochqualifizierten geht es KEINEN DEUT besser als dem Rest. Sie werden mittlerweile genau so schikaniert, unterbezahlt, gemobbt, in kostenlosen Praktikaschleifen gehalten, rausgeschmissen, durch Zeitarbeitsagenturen verwaltet, etc. wie die anderen auch.

    Hochqualifizierte sind NUR ALS STAATSDIENER ( und hier benötigt man das System-Vitamin-B ) bestens untergebracht, in der freien Wirtschaft sind sie schon lange anfällig !

  • Hurra, der Homo Politicus lebt!
    Zum Glück gibt es meine sozialistische Bewegung, ier Volksgenossen können sich nun wieder gefahrlos der Bewegung anschließen. Die Argumente liegen klar auf der Hand, denn eine merklische Umvolkung kann nicht hingenommen werden. Den Sozialismus in seinem Lauf hält
    nicht einmal der Adolf auf. Wählen sie mich, dann werden sie umgestrichen. Hurra!

  • Die gute Frau könnte hier als Reinigungskraft anfangen. Besser als nichts. http://www.zukunftskinder.org/?p=52077

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