Defizit
Krankenkassen rutschen tiefer ins Minus

Die gesetzlichen Krankenkassen sind vor allem wegen gestiegener Arzneimittelausgaben wieder tiefer ins Minus gerutscht. Das Gesundheitsministerium erwartet jedoch, dass pünktlich zum Start des Gesundheitsfonds Anfang 2009 alle Krankenkassen entschuldet sein können. Die CSU argumentiert derweil weiter gegen den Fond.

HB BERLIN. In den ersten drei Monaten des Jahres verbuchten sie nach vorläufigen Zahlen ein Defizit von 1,07 Milliarden Euro nach einem Minus von 0,7 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Das Bundesgesundheitsministerium sprach am Dienstag in Berlin von einem "jahreszeitlich durchaus üblichen" Defizit. Für das Gesamtjahr 2008 seien die Voraussetzungen dafür gegeben, dass die gesetzlichen Krankenkassen nach Überschüssen in den vergangenen vier Jahren "zumindest wieder ein annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis" erzielen könnten.

Einzelne Ausgabenbereiche, insbesondere bei Arzneimitteln, böten Anlass zur Sorge, erklärte das Ministerium weiter. Es forderte alle Akteure auf, "ihre Verantwortung für wirtschaftliche Verordnungen stärker als bisher wahrzunehmen".

Die Ausgaben für Arzneimittel ohne Impfkosten seien im ersten Quartal je Mitglied um 5,2 Prozent gestiegen. "Eine wirksame Steuerung der Arzneimittelausgaben darf sich allerdings nicht auf die erfolgreiche Ausschöpfung von Preissenkungsspielräumen beschränken", mahnte das Ministerium. Die Krankenhausausgaben kletterten im ersten Quartal 2008 um 2,8 Prozent je Mitglied und damit deutlich stärker als im Vorjahreszeitraum.

2007 erzielten die Kassen unterm Strich einen Überschuss von 1,73 Milliarden Euro. Zwischen Januar und März 2008 verbuchten sie den Angaben zufolge Einnahmen von rund 37,94 Milliarden Euro und Ausgaben von 39,01 Milliarden Euro.

Die beitragspflichtigen Einnahmen der Kassenmitglieder gingen um 2,2 Prozent hoch, der stärkste Anstieg seit Mitte der 90er Jahre. Außerdem zahlten wegen sinkender Arbeitslosigkeit 672.000 Menschen mehr in die Krankenkassen ein, wie das Ministerium weiter erklärte.

Wie jedes Jahr enthielten die Zahlen keine Beiträge aus Einmalzahlungen, hieß es. Zudem sei der Bundeszuschuss von 2,5 Milliarden Euro, der den Krankenkassen in zwei Tranchen zum 1. Mai und 1. November zufließt, in den Quartalsdaten noch nicht enthalten.

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