Déjà-vu-Erlebnis im Norden
Simonis lässt grüßen

Die Lage im Bund nach dem verzwickten Wählervotum weist trotz aller Unterschiede verblüffende Parallelen zur Ausgangssituation in Schleswig Holstein nach der Landtagswahl vom 20. Februar auf. Das, was in Kiel daraus geworden ist, lässt hoffen.

HB KIEL. Der Blick nach Berlin ist zurzeit für viele Schleswig-Holsteiner ein Déjà-vu-Erlebnis: Ein rot-grünes Bündnis hat die Mehrheit verloren, ein knapp geschlagener SPD-Regierungschef kämpft um sein Amt und will unbedingt eine große Koalition unter Führung des Gegenkandidaten verhindern. "Es ist dasselbe Festhalten am Posten und ein ähnlicher Realitätsverlust", analysiert der Kieler Politologe Joachim Krause.

Zu den Parallelen gehört, dass der rote Wahlverlierer schon deshalb Siegesfeiern abhält, weil der schwarze Gegner nicht allein mit der FDP regieren kann. Der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki beobachtet: "Wie die getanzt haben - nicht weil sie einen Sieg errungen haben, sondern weil es ihnen gelungen war, Schwarz-Gelb zu verhindern. Das hat mich doch sehr an den Veitstanz von Heide Simonis erinnert, als die Sozialdemokraten in Kiel am 20. Februar um 23.45 Uhr begriffen hatten, dass Schwarz-Gelb eine Stimme fehlte."



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Große Koalitionen hat es auf Bundes- und Landesebene in der
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Dieser Freudentanz blieb ein Wimpernschlag in der Landesgeschichte - nach zwölfjähriger Amtszeit als Deutschlands einzige Regierungschefin erlitt Simonis mit ihrer gescheiterten Wiederwahl am 17. März eine tiefe Demütigung. Indes führt der lange unterschätzte christdemokratische Spitzenkandidat Peter Harry Carstensen seit fünf Monaten als Ministerpräsident eine große Koalition aus CDU und SPD. Aus erbitterten Gegnern wurden binnen Tagen verlässliche Bündnispartner, die auch im Bundestagswahlkampf pfleglich miteinander umgingen.

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