Dementi aus Berlin
Schäuble könnte die Eurogruppe anführen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble könnte der Nachfolger von Jean-Claude Juncker im Vorsitz der Eurogruppe werden. In Diplomatenkreisen heißt es: „Wenn er will, wird er es.“ Aber offenbar will er nicht.
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MünchenDer bevorstehende Wechsel an der Spitze der Eurogruppe hat Spekulationen über die Zukunft von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) genährt. Schäuble werde von Diplomaten als ein Wunschkandidat für die Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker im Vorsitz der Eurogruppe genannt, berichtete der „Focus“ am Samstag. Schäuble selbst sprach von „halt- und grundlosen Spekulationen“.

„Wenn über Namen geredet wird, fällt meistens der des Deutschen Schäuble“, zitierte das Nachrichtenmagazin namentlich nicht genannte Diplomaten. „Wenn er will, wird er es.“ Juncker gibt das Amt, das die Arbeit der Finanzminister aus der Eurozone koordinieren soll, im Januar 2012 auf. Sein Nachfolger soll den wichtigen Posten anders als bisher nicht neben-, sondern hauptamtlich ausüben. Als Anwärter gelten wegen der erforderlichen Durchsetzungskraft vor allem Politiker, die dem Kreis der Finanzminister angehören oder ihm angehört haben.

Schäuble bemühte sich, der Debatte die Grundlage zu entziehen. „Ich habe mir angewöhnt, völlig halt- und grundlose Spekulationen nicht einmal zu dementieren“, sagte er am Rande eines Ministertreffens im südfranzösischen Marseille. Sein Sprecher nannte die Spekulationen „unsinnig“.

Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Europäischen Parlament, Markus Ferber, sprach sich indes für Schäuble an der Spitze der europäischen Finanzminister aus. „Wolfgang Schäuble ist sicherlich jemand, der dafür bestens geeignet ist“, sagte Ferber zu „Focus“. „Deutschland sollte politisch führen, wenn Stabilitätskultur in ganz Europa durchgesetzt werden soll.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dementi aus Berlin: Schäuble könnte die Eurogruppe anführen"

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  • Natürlich ist das Unfug. Schäuble ist doch kein Ziegenhirte.
    Eher gibt er die Figur des "Dornenziehers" ab, der verharrt und mit sich selbst beschäftigt ist, ohne Vorstellungskraft für eine globalisierte Gesellschaft.
    Schäuble steht für Stillstand und daraus resultierenden Rückschritt.
    Niemand von Format kann sich derzeit unter den herrschenden Bedingungen für ein derartiges Amt interessierten. So verfahren ist die Kiste.

  • Der Typ ist reif für die Altersarmut !

  • Wie dieses Interview zeigt ist Schäuble kein Mann der ökonomische Sachverhalte einschätzen kann.

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/hardtalk/8742306.stm

    Das Interview zeigt Schäubles massive Fehleinschätzung der Eurokrise.

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