Demografie
Aderlass des Ostens 2005 kaum geringer

Die Abwanderung aus Ost- nach Westdeutschland ist 2005 nur mäßig zurückgegangen: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts verloren die neuen Länder im vergangnen Jahr statistisch 49 000 Einwohner.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag anlässlich des Tages der deutschen Einheit in der kommenden Woche mitteilte, ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück, als der Saldo noch 51 700 betrug. Die Hauptzielländer waren Bayern (29 600), Niedersachsen (22 700), Nordrhein-Westfalen (22 300) und Baden-Württemberg (21 700).

Die bevorstehenden demographischen Probleme in Ostdeutschland werden mit der Abwanderung noch verschärft: Zwar entspricht der Abwanderungsverlust von 49 000 Menschen im vergangenen Jahr nur 0,4 Prozent der gesamten Bevölkerung im Osten. Jedoch waren 25 300 von ihnen zwischen 18 und 25 Jahren alt, was zwei Prozent der Altersklasse entspricht. 11 000 Menschen waren zwischen 25 und 30 Jahren alt.

Den Statistikern zufolge zogen 2005 aus den neuen Bundesländern insgesamt 137 200 Menschen in den Westen, die umgekehrte Richtung wählten 88 200. Seit der Wiedervereinigung musste der Osten in jedem Jahr Abwanderungsverluste hinnehmen. Von einem Höchststand im Jahr 1991 mit 165 400 Personen ging der Wanderungssaldo zunächst zurück und erreichte 1996 mit 24 900 Personen einen Tiefststand. Danach erhöhte sich der Saldo wieder bis auf 97 600 Personen im Jahr 2001 und ist seitdem rückläufig. Ostdeutschland musste seit 1991 einen Abwanderungsverlust gegenüber den alten Bundesländern von 949 000 Menschen hinnehmen.

Rechnet man zusätzlich Wanderungsbewegungen mit dem Ausland sowie Geburten und Sterbefälle mit ein, entsteht ein noch schlimmeres Bild: Innerhalb von 15 Jahren ging die Bevölkerung der neuen Bundesländer um 1,4 Millionen oder 9,5 Prozent auf 13,3 Millionen zurück. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung im Westen um 6,7 Prozent auf 65,7 Millionen zu.

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