Demografie

Wie der Kindermangel bekämpft werden soll

Die Geburtenrate in Deutschland ist erneut gesunken. Nur noch 665 000 Kinder kamen 2009 zur Welt - nicht einmal halb so viele wie 1964. Nun raten Ökonomen, erst recht Kitas und Ganztagsschulen auszubauen - zu Lasten des Ehegattensplittings.
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Neugeborene sind in Deutschland selten. Quelle: dpa

Neugeborene sind in Deutschland selten.

(Foto: dpa)

BERLIN. Die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen hatte schon die neue Lust der Deutschen am Kind bejubelt. Das 2007 eingeführte Elterngeld habe die Trendwende gebracht, suggerierte die Christdemokratin.

Doch neue Zahlen zeigen: Die Geburtenrate ist 2009 wiederum gesunken. Nur noch 665 000 Kinder kamen zur Welt, 17 000 weniger als im Vorjahr - und nicht einmal halb so viele wie 1964. Die Hälfte des Problems entsteht dadurch, dass die Zahl der potenziellen Mütter bereits deutlich gesunken ist. Die niedrigere Geburtenrate kommt hinzu.

Von der Leyens Nachfolgerin Kristina Schröder ist denn auch weit vorsichtiger als ihre Parteifreundin: "Trotz der Krise 2009, die zu großer wirtschaftlicher Verunsicherung vieler Menschen geführt hat, ist die Geburtenrate nicht drastisch abgesackt, sondern blieb weitgehend stabil", sagte Schröder dem Handelsblatt. Aktuelle Studien zeigten aber, dass 2010 die Kinderwünsche wieder deutlich gestiegen sind. "Dies ist ein positives Signal. Wir sind mit unseren Familienleistungen, speziell mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kinderbetreuung auf dem richtigen Weg."

Zum Beleg verweist Schröder auf den Osten: In den neuen Bundesländern, wo ausreichend Kinderbetreuung zur Verfügung steht, sind die Geburten trotz der Krise stabil bei 1,4 Kindern je Frau."

Auffällig ist auch, dass der Trend zur späten Geburt anhält. Noch 2001 bekam die Gruppe der 25 bis 29-Jährigen die meisten Kinder, ihre Geburtenrate war am höchsten. Heute sind das die 30- bis 34-Jährigen.

Ökonomen warnen vor der Überinterpretation einzelner Jahresergebnisse. Der Präsident des DIW, Klaus Zimmermann, plädiert für einen langen Atem: "Wenn wir die Gesellschaft mit langfristigen Programmen kinderfreundlicher machen, wird das vielleicht in zehn Jahren zu einem Erfolg führen", sagte er dem Handelsblatt. Bedingung sei aber, nicht nur Krippen für die Kleinsten flächendeckend zur Verfügung zu stellen und das nötige Personal auszubilden sondern auch eine Betreuung der Schulkinder. "Unser Schulsystem setzt immer noch voraus, dass Eltern zu Hause mithelfen", kritisiert der DIW-Chef. Die nötigen Mittel müsse der Staat über die Abschaffung des Ehegatten-Splitting frei machen, das jährlich rund 30 Mrd. Euro kostet.

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24 Kommentare zu "Demografie: Wie der Kindermangel bekämpft werden soll"

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  • Es ist doch völlig egal, woher der Nachwuchs kommt. Der Nachwuchs von Zuwanderern ist später williger und billiger. Deshalb: Zuwanderung nutzt unserer Wirtschaft!

  • Die Deutschen rotten sich selber aus, ist seit zig Jahren meine Aussage hier, sarrazin hat diese Aussage aufgegriffen und die Leute die Deutschen schaffen sich selber ab daraus gebastelt.

    Doch seine Aussage hat mit meiner nicht zu tuen. Er vertritt seine interpretation der Dinge.

    Kinder in Deutschland wurden nicht gestillt, da fängt es beriets an, und diese gleichen Methoden sollen weltweit eingeführt werden damit die Frauen direkt nach der Geburt von den kindern getrennt arbeiten gehen und keine Zeit für ihre Kinder haben.

    Eine Folge ist die Depression vieler Menschen weltweit. Und diese Menschen wollen selber keine kinder mehr haben, weil sie von klein auf menschenfeindlich behandelt wurden und immer nur arbeiten gehen sollen. Tuen sie es nicht werden sie diskriminiert und ausgegrenzt.
    Doch das es keine Arbeit gibt, darüber wird nicht gesprochen. Ein Altenpflegerin erhält also 1800 Euro netto? kam gestern im TV.
    Sorry und da finden sich keine Pflegekräfte? Das glaube ich nicht, sondern es werden diese Kräfte nicht eingestellt.
    Das ist die Praxis. Weil niemand das bezahlen kann und möchte. Doch der Mann der zuhause seine mutter pflegt ist in deutschland Hartz4 und soll sein Haus verkaufen und hartz4 beantragen gehen, weil er seine mutter zuhause pflegt zu einem billigeren Tarif.
    Eine Freundin so sagte er, kann er sich nicht ins Haus holen sonst ist sie auch Hartz4 und soll alles bezahlen und gepfändet werden.

    Hart4 ist die Enteignung der bevölkerung in Deutschland. Die Politiker a´la SPD GesundheitsministeriN Ulla schmidt sitzen jedoch frisch und gesund aussehend mit 8000 Euro Rente in Pension und fuhren zur hochbezahlten Amtszeit mit dem teuersten Autos in der Gegend herum.

  • Der DiW Chef hat offensichtlich nicht so viel Ahnung vom Steuerrecht wie von der "Wirtschaft": Ehegattensplitting ist kein Steuervorteil und schon gar keine Subvention und "kostet" daher auch nichts, sondern es ist eine sachgerechte und vor allem gerechte besteuerung von bedarfsgemeinschaften. Es führt dazu, daß bedarfsgemeinschaften (die ja schließlich auch gegenseitige Unterhaltspflichten haben) mit gleich hohem Gesamteinkommen und damit gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit auch gleich viel Steuern bezahlen, unabhängig davon wer das Geld verdient. Es entspringt zweier Prinzipien des Steuerrechts, nämlich der Forderung nach 1. der Einhaltung des Diskriminierungsverbots (nur weil man heiratet, darf man nicht höher besteuert werden als vor der Heirat bei ansonsten gleich bleibendem Gesamteinkommen der beiden Partner) und 2. der nach der Globaleinkommensbesteuerung, nämlich daß die besteuerung nicht von der Verteilung des Einkommens in der Ehe abhängen darf. beides folgt dem Grundsatz der besteuerung nach der Leistungsfähigkeit und wurde in den letzten 50 Jahren wiederholt vom bundesverfassungsgericht und vom bundesfinanzhof so als angemessen festgestellt. Es vermeidet damit auch Diskriminierung. Eine Abschaffung oder Reduzierung würde unmittelbar zu Steuerungerechtigkeiten führen und hätte wohl kaum bestand vor dem bVG.
    Also alles nur Unwissenheit oder schon Populismus?

  • Der babystreik ist der Generalstreik der Deutschen...Das baby verkommt zum Luxusgut,ähnlich einem Porsche oder einem Eigentumshaus, das sich nur noch Reiche leisten können oder diejenigen die eh nichts mehr zu verlieren haben...HArtz vier beziehende Langzeitarbeitslose, Unqualifizierte, oder in perspektivlosen und einfachen, minderbezahlten Jobs verharrende Menschen. Das gibt dann das nächste Fundament für den nächsten Rechtsrutsch...

  • Wie viele Jahre müssen denn noch ins Land gehen, ehe unsere Familienministerin/nen einsehen, dass bei einer Politik gegen Familien sich Paare logischerweise auch gegen Kinder entscheiden? Solange gilt: Kinder dürfen der Erwerbskarriere der Mutter nicht im Wege stehen ( O-Ton U.v.d. Leyen ), solange Kinder per se nicht auch  K a r r i e r e  für eine Mutter bedeuten, solange  Kindererziehung rentenmindernd wirkt ( daher müssen die Kleinsten zwangsläufig in die Krippe ), solange Familien zu Almosenempfängern degradiert werden ( Gutscheine, betreuungsgeld etc. ), solange von Eltern mehrerer Kinder gleich hohe Sozialabgaben gefordert werden wie von Arbeitnehmern ohne Nachwuchs, solange unser Parlament familienfaire Gesetze ( z. b. Familienwahlrecht, faire Verbrauchssteuern etc.) verzögert, solange sich unsere Parlamentarier vom Ökonomismus leiten lassen anstatt von Generationensolidarität, so lange werden wir weiterhin abnehmende Geburtenzahlen haben. Wenn es heute schon weniger Frauen im gebärfähigen Alter gibt, dann ist es doch allerhöchste Zeit, eine Vollbremsung hinzulegen und Reformen einzuleiten, Frau Schröder! 

  • Als Kollateralschaden der neuen deutschen Familienpolitik ist die Geburtenzahl auf niedrigsten Stand aller Zeiten gefallen. Grund ist die gezielte Diskriminierung der familiären Erziehung und der würdelose Umgang mit Eltern.

    im Jahr 2009 gab es in Deutschland nur noch 665.000 Geburten. Das ist der niedrigste Stand seit Gründung der bundesrepublik. Zum Vergleich: 1964 lag die Geburtenzahl noch bei 1.357.304, im Wendejahr 1990 bei 905.676.

    Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter: „Die Geburtenzahl spricht ein vernichtendes Urteil über die Familienpolitik in Deutschland.“ Die Familienpolitik ist im Wesentlichen nicht auf die interessen der Familien fokussiert. ihr Ziel ist vielmehr, gemeinsame Zeiten von Eltern und Kindern zu reduzieren und mehr Eltern denn je für die Erwerbsarbeit zu rekrutieren. Damit soll die Zahl der Erwerbstätigen trotz sinkender bevölkerung hoch gehalten werden, um demografisch bedingte Lohnsteigerungen zu verhindern. Zweck ist es zudem, mehr Sozialabgaben denn je einzusammeln, um die wachsende Zahl der Senioren zu befriedigen. Dafür werden die bedürfnisse der Familien hintangestellt.

    Wesentliches Mittel der Familienpolitik ist die Diskriminierung der familiären Erziehung. Frühkindliche Erziehung eines Kindes in der Familie unterstützt der Staat mit durchschnittlich 0,42 €/Stunde an Elterngeld, frühkindliche Erziehung in der Kinderkrippe dagegen mit über 5,00 €/Stunde. Neben der materiellen Diskriminierung gibt es zudem eine ideelle Diskriminierung. Erziehende Eltern werden häufig pauschal als egoistisch, inkompetent und nicht vertrauenswürdig dargestellt.

    Schroeter: „Hinter den fallenden Geburtenzahlen steht auch ein ‚buschkowsky-Effekt‘“.

    Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter: „Angesichts der dramatisch absackenden Geburtenzahlen muss man sagen: Dieses Land wird entweder bald einen anständigen Umgang mit seinen Familien lernen oder es wird dieses Land nicht mehr lange geben.“

  • Deutschland hat u.a. deshalb diesen Kindermangel, weil - gerechnet auf die Lebenszeit - Kinderlosigkeit gefördert wird. Während in Familien Einkommens- und Altersvorsorgeverluste hingenommen werden müssen, werden Kinderlose mit lebenslanger Versorgung durch die Kinder der anderen belohnt.

    Kindererziehung ist nur dann etwas wert, wenn sie durch bezahltes Personal in Gruppen geleistet wird. Persönliche betreuung und Erziehung durch die eigenen Eltern wird von der Gesellschaft mit masssiven finanziellen Einbußen und persönlicher Verachtung bestraft.
    Der Vorschlag, eine Rundum-Kinderbetreuung könne das Problem lösen, stellt nur eine vermeintliche Lösung dar. Dazu spricht die bindungsforschung eine deutliche Sprache. in Frankreich probt man gerade das deutsche Halbtagsschulmodell und auch innerhalb der französischen Mütter gibt es einen Trend zur Selbstbetreuung, weg vom Krippenmodell.

    Kinder brauchen Zeit, vor allem Zeit mit ihren Eltern. Davon bleibt aber nicht viel, wenn beide Eltern vollzeit arbeiten gehen. Denn es geht ja nicht nur um die 8 Stunden am Arbeitsplatz. Hinzu kommen noch Fahrtzeiten oder aber mal da oder dort eine Überstunde.

    Es bleibt also die berühmte Viertelstunde zwischen Abendessen und Tagesschau, von Mainstreamanhängern gern als Quality-Time betitelt.

    Wozu das führt sehen wir. Steigende bindungsunfähigkeit, steigende Jugendgewalt und -kriminalität, Komasaufen etc.

  • Da die Jungen für die Pflegekosten, Renten und höhere Krankheitskosten aufkommen müssen, ist es selbstverständlich Kinderlose selbst vorsorgen zu lassen. Ab 30 Jahre (Ausnahme: med. Unfruchtbarkeit)muss jeder Kinderlose pro Monat 100,- € in einem Pflegefond, 200,- € in einen Krankenkassenfond und 200,- in einem Rentenfond einzahlen. Der Arbeitgeber muss das Gleiche einzahlen, denn immer noch werden bevorzugt kinderlose Frauen statt Mütter eingestellt. ich habe auch vor einigen Jahren gesagt bekommen: "Frauen mit Kindern stellen wir nicht ein."

  • ich als verheirateter kinderloser Mann möchte aus verschiedenen Gründen keine Kinder. Vielleicht würde ich anders entscheiden, wenn ich in einem Land leben würde, in dem die Politiker auch mal etwas für die Allgemeinbevölkerung tun würden. Leider weiß ich heute mit Mitte 30 nicht, ob mir später mal eine Rente bleibt, die ein Leben ohne Armut im Alter ermöglicht. Meine Steuern, meine Abgaben, meine benzinkosten, meine Energiekosten usw. werden von skrupellosen, korrupten Politikern immer höher getrieben. Und wenn ich mal knapp über 50 bin, wird meine Firma mich entsorgen. Oder kostengünstig ausgliedern. Die Zeit bis zur Rente muss ich dann mit dem Aufbrauchen meiner Ersparnisse überbrücken. Die Politiker haben es den Firmen leicht gemacht. Hauptsache Profit. Am liebsten den Titel Exportweltmeister. Ohne Rücksicht auf Verluste. "Human Resource" ist nur noch ein leidiges Übel. Ein Kostenfaktor. Dass der Arbeiter und Angestellte auch Kunde ist, interessiert nicht. ist der binnenmarkt kaputt, werden andere aufstrebende Märkte stärker umworben. indien, China... da will man deutsche Autos kaufen, die sich ein Deutscher bald nicht mehr leisten kann. Politiker und bosse leben in Saus und braus. Man hilft sich gegenseitig bei Entscheidungen und beratungen. in so einem Land will ich keine Kinder haben. Mir geht es nicht ums Geld. ich brauche keinen Kinderkredit und kein Kindergeld, wenn ich wirklich Kinder möchte. ich möchte meine ungeborenen Kinder vor diesen verlogenen Politikern, die immer nur von denen nehmen, die sich nicht wehren können, bewahren. Diese Verkommenheit möchte ich meinem Kind nicht erklären müssen.

  • Vor nicht allzu lange wurde ein Krieg geführt weil man Lebensraum brauchte, heute ist es so dass man nicht weiß wie man den (noch übrigen) Lebensraum füllen soll. Wer soll das verstehen?

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