Demografiebericht
Bevölkerung schrumpft - vor allem im Osten

Nach dem aktuellen Demografiebericht von Bundesinnenminister Friedrich werden bis zum Jahr 2060 17 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben. In den neuen Bundesländern schrumpft die Bevölkerung besonders schnell.
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BerlinDeutschland verliert bis zum Jahr 2060 bis zu 17 Millionen Einwohner, also ein Fünftel der Bevölkerung. Die neuen Länder werden besonders stark von dem Bevölkerungsrückgang betroffen sein. Dort leben in 50 Jahren voraussichtlich ein Drittel weniger Menschen als heute. Das geht aus dem Demografiebericht hervor, den Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Mittwoch im Bundeskabinett vorlegte. Auf der Grundlage des Berichts will die Bundesregierung im Frühjahr eine Strategie zum Umgang mit dem demografischen Wandel vorlegen.

„Die Gestaltung des demografischen Wandels ist eine der großen Zukunftsaufgaben“, sagte Friedrich laut einer Mitteilung in Berlin. „Wir sind gefordert, unser gesellschaftliches Fundament umzubauen.“ Der demografische Wandel sei aber auch eine Chance, das Land zu modernisieren.

Neben einem Rückgang der Einwohnerzahlen verschiebt sich auch die Altersstruktur. Da immer mehr Menschen immer älter sind, nimmt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter ab. „Im Jahr 2060 wird jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein“, teilte das Bundesinnenministerium mit.

Dem Bericht zufolge muss Sachsen-Anhalt mit dem größten Bevölkerungsschwund rechnen. Hier sinkt die Einwohnerzahl voraussichtlich um 42 Prozent. Thüringen muss mit einem Rückgang von 41 Prozent rechnen und Mecklenburg-Vorpommern mit einem Minus von 36 Prozent. Die geringsten Bevölkerungsveränderungen sind in Hamburg (minus sechs Prozent), Bremen (minus 14 Prozent) und Bayern (minus 15 Prozent) zu erwarten. Für ganz Deutschland gehen die Statistiker von einem Bevölkerungsrückgang von bis zu 21 Prozent bis 2060 aus. Derzeit leben in Deutschland fast 82 Millionen Menschen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ Heinrich „...wenn nicht gar tausende Milliarden in die Infrastruktur und den Aufbau Ost versenkt, die heute kaum einer nutzt und die auf der anderen Seite im Westen heute fehlen.“

    Das ist zu kurz gegriffen. Das Desaster begann mit der totalen Fehleinschätzung der DDR Wirtschaft durch die Bonner Regierung unter Kohl. Man sah nur die zehntstärkste Wirtschaftsnation ohne zu bedenken, daß die nur in Komekonstaaten lieferte und in den Westen zu DDR-Preisen. Solange dieses geschlossene System bestand, funktionierte es, doch dann kam die D-Mark und der freie Markt und die DDR Firmen waren nicht mehr konkurrenzfähig. Grund dafür war u.a. deren Überalterung und die viel zu großen Belegschaften. Den Rest „wickelte“ die Treuhand ab und bei denen stand nur die Erledigung der Aufgabe im Vordergrund. Birgit Breul wollte Erfolg haben und hinterließ eine Trümmerlandschaft, weil die Bonität und Ehrenhaftigkeit vieler „Investoren“ nicht geprüft wurde. Viele Gemeinden fielen dann auf „Fachleute“ aus dem Westen herein, die ihnen überdimensionierte Kläranlagen, Industrieparks usw. aufschwatzten und nur ihren Profit im Auge hatte. Die Liste der Versäumnisse ist elend lang, die damalige Regierung ließ alles laufen ohne gegenzusteuern. Einen weiteren Fehler begingen die Mitteldeutschen selbst, indem sie nach der D-Mark nur noch Westwaren kauften und die bisherigen Lebensmittelprodukte im Regal ließen. Das hält kein Hersteller durch.

    „Unsere Nachbarn werden uns bald so hassen wie 1945 nach unserem 1000-jahrigem Reich.“

    Wenn unser Geld alle und die Wirtschaftskraft am Boden ist, ist der Zustand so, wie ihn „unsere Freunde“ schon immer haben wollten und was sie in zwei Kriegen nicht bewerkstelligt bekommen haben, der Hauptkonkurrent Deutschland ist ausgeschaltet. Nur machen sie diese Rechnung ohne die Deutschen, denn Regierungen sind austauschbar.

  • Propagandistisch wird immer öfter der ungezügelten und unbegrenzten Einwanderung das Wort geredet und machen wir uns doch nichts vor. Mittel- bis Langfristig wird das von den Systemgestaltern aus Profitgründen, auch gegen den Willen der restlichen Deutschen, durchgesetzt werden. Diese von Ihnen als nutzlos beklagte Infrastruktur wird also evtl. noch für eine Masseneinwanderung benötigt. Man muss allerdings die nationallastige Bevölkerung in diesen Gebieten vorher noch umerziehen, es könnte sonst im Desaster enden.

  • Und dafür haben wir hunderte, wenn nicht gar tausende Milliarden in die Infrastruktur und den Aufbau Ost versenkt, die heute kaum einer nutzt und die auf der anderen Seite im Westen heute fehlen. Dafür wurde der "Soli" erfunden und gilt heute noch. Wir haben über 20 Jahre im Osten Potemkinsche Dörfer gebaut, haben gar nichts aber auch gar nichts daraus gelernt und schütten unsere Dummheit heute über ganz Europa aus. Unsere Nachbarn werden uns bald so hassen wie 1945 nach unserem 1000-jahrigem Reich.

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